MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Corona-Krise macht Deutschlands Unternehmen sesshafter: Seit Beginn der Pandemie sind neue Büros weniger gefragt. Im zweiten und dritten Quartal haben die deutschen Unternehmen nach Marktdaten des großen internationalen Maklers Savills jeweils nur noch halb so viel neue Bürofläche angemietet wie im langjährigen Durchschnitt. Statt einer Million wurde demnach nur eine halbe Million Quadratmeter pro Quartal neu vermietet.

"Viele Unternehmen bevorzugen aktuell eine Verlängerung ihrer aktuellen Mietverträge", sagt Michael Pink, Chef der Marktbeobachtung und -forschung bei der deutschen Tochter des britischen Unternehmens. Die Leerstandsquote ist zwar das erste Mal seit 2010 gestiegen, aber nur geringfügig. In den Top-Sieben-Städten ist aktuell sogar mehr Bürofläche vermietet als zu Anfang des Jahres."

Sowohl Makler als auch Ökonomen und Unternehmensberater gehen nicht davon aus, dass das Büro in absehbarer Zeit aus dem Arbeitsalltag verschwinden wird: "In Zukunft brauchen viele Firmen möglicherweise weniger Bürofläche, weil die Mitarbeiter mehr und mehr von zu Hause arbeiten", sagt Finanzmarktexperte Philipp Wackerbeck von Strategy&, der Unternehmensberatung der Wirtschaftsprüfergesellschaft PwC. "Allerdings wird das nicht im Verhältnis eins zu eins möglich sein, weil man Mitarbeiter auch nach der Pandemie wahrscheinlich auf größere Büros verteilt als vorher."/cho/DP/stk