Obwohl der Silberpreis in der vergangenen Zeit deutlich nachgegeben hat, sind die langfristigen Aussichten positiv. Das Edelmetall wird stark von der Industrie nachgefragt und lässt sich oft nur schwer ersetzen.

Silber könnte auf lange Sicht DIE Top-Investition überhaupt sein – diese Einschätzung hat zumindest David Morgan, Gründer des nach ihm benannten Morgan Report. Hintergrund sei, dass das Edelmetall in vielen industriellen Bereichen zum Einsatz kommt und sich daran auch absehbar nichts ändern wird. In den nächsten zehn Jahren sei vielmehr davon auszugehen, dass die Industrie sämtliche Silber-Bestände zu sichern sucht – denn die Vorräte sind endlich. Das dürfte die Preise in Zukunft entsprechend beflügeln. Natürlich werden dabei auch immer wieder Verluste auf der Agenda stehen, doch der Ausblick für Silber ist Morgan zufolge eindeutig bullish, weil sich ein Defizit nicht so leicht kompensieren lässt. Silber leitet Strom besser und reflektiert Licht besser als andere Metalle und kann in der Industrie daher nur schlecht ersetzt werden. Hinzu kommt, dass im Zuge der Energiewende mit einem weiteren Nachfrage-Schub zu rechnen ist, da Silber auch im Bereich der Photovoltaik zum Einsatz kommt.

Wie lässt sich also der deutliche Preisverfall der letzten Zeit erklären? Immerhin ist die Feinunze Silber gerade für weniger als 19 US-Dollar zu haben und hat auf Jahressicht bereits rund 20 Prozent an Wert eingebüßt. Gründe für den Preisverfall gibt es einige: Zum einen bremst die Rezessionsangst die Nachfrage aktuell aus. Zum anderen halten sich Anleger zurück, weil es bei Silber keine laufenden Erträge gibt und dies die Attraktivität des Edelmetalls angesichts steigender Kapitalmarktzinsen und anziehender Anleihen-Renditen schmälert. Als Folge der steigenden Energiekosten und sinkender Ölreserven wird der Abbau in den Minen außerdem heruntergefahren.

Da Silber bei vielen Produktionsprozessen als Nebenprodukt anfällt – etwa bei der Verhüttung von silberhaltigem Galenit (Bleiglanz), Zink und Kupfer, sowie beim Grundmetallbergbau – ist eine fundamentale Analyse mitunter schwierig. Auf der einen Seite kann ein Preisverfall bei unedlen Metallen dazu führen, dass der Abbau von Silber an Reiz verliert. Auf der anderen Seite prognostizierte der U.S. Geological Survey bereits vor Jahren, dass Silber das erste Element im Periodensystem sein könnte, bei dem es zu einer deutlichen Verknappung kommt. Unter Hinzunahme der von Morgan genannten Aspekte überwiegen damit die Pluspunkte für Anleger klar. Fazit: Auch wenn die Volatilität des Edelmetalls unterm Strich höher ist als bei Gold, bietet eine Investition in Silber für Langfristanleger viel positive Preisfantasie.

(ir) für die wallstreet:online Zentralredaktion

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