Bei der TUI-Aktie (WKN: TUAG00) ist der Sommer-Turnaround offensichtlich in vollem Gange. Der deutsche Reisekonzern ist derzeit dabei, das Angebot mit den Öffnungsschritten konsequent auszubauen. Möglicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt: Immerhin gehen wir mit strammen Schritten auf den Juni und damit den kalendarischen Sommeranfang zu.

Keine Frage: Das könnte für die TUI-Aktie einen operativen Turnaround in der Hauptsaison bringen. Möglicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Quartalszahlen sind zuletzt schließlich absolut durchwachsen und weiterhin verlustreich ausgefallen.

Ob die TUI-Aktie jedoch ein günstiger Kauf-Kandidat ist, das ist eine unternehmensorientiert eher knifflige Frage. Die Insider-Aktivitäten hinter der TUI-Aktie machen jedenfalls kaum Mut, dass Funktionäre auf einen Turnaround setzen wollen.

TUI-Aktie: Insider eher in Verkaufslaune

Um fair zu sein: Grundsätzlich scheint es derzeit mit Alexej Mordaschow und seiner Unifirm Limited zumindest einen Großaktionär zu geben, der weiterhin auf bessere Perspektiven setzt und auch in den vergangenen Monaten immer mal wieder bei der Aktie zugriff. Das könnte ein positiver Akzent sein. Wenn wir jedoch den Blick auf das Management riskieren, können wir ein ernüchterndes Fazit ziehen.

Klare Kaufbewegungen vonseiten des Top-Managements hat es nämlich zuletzt vor COVID-19 gegeben. Fritz Joussen hat zwar zuletzt im März des Jahres 2020 ein weiteres Aktienpaket für rund 700.000 Euro gekauft. Zuvor lagen die Kaufaktivitäten jedoch allesamt vor dem Ausbruch der Pandemie. Auch andere Insider, die unter anderem im Jahre 2019 sehr rege TUI-Aktien gekauft haben, fehlen inzwischen in gängigen Überblicken.

Stattdessen gibt es ein reges Verkaufsinteresse bei der TUI-Aktie. Fritz Joussen hat beispielsweise gemäß den Daten von finanzen.net alleine im Mai und in zwei Tranchen rund 160.000 Aktien am eigenen Unternehmen verkauft. Im Februar dieses Jahres hat es ebenfalls vier Verkaufstranchen gegeben, was die einzigen eindeutigen Bewegungen zu sein scheinen.

Zudem fehlen, wie gesagt, andere Insideraktivitäten. Oder anders ausgedrückt: Kaum ein Funktionär hinter der TUI-Aktie hat in den letzten ca. 15 Monaten das günstige Niveau der Aktie genutzt, um einzusteigen. Zuversicht sieht für mich definitiv anders aus.

Ein für mich durchwachsenes Gesamtbild

Es mag natürlich Gründe geben, weshalb die Insideraktivitäten bei der TUI-Aktie fehlen. Oder warum der momentane CEO eher in Verkaufslaune bei der eigenen Aktie ist. Im Endeffekt können wir das natürlich aus der Distanz nur ganz schwer bewerten.

Trotzdem hat sich das Gesamtbild bei der TUI-Aktie ordentlich eingetrübt. Interesse von Insidern, des Top-Managements oder des Aufsichtsrats an der eigenen Aktie scheint es jedenfalls nicht mehr zu geben. Zuvor ist das jedoch durchaus der Fall gewesen, wie mehrere Käufe unter anderem aus dem Jahre 2019 belegen. Für mich daher zumindest ein Grund, bei der TUI-Aktie weiterhin skeptisch zu sein.

Der Artikel TUI-Aktie: Insider-Aktivitäten stimmen wenig optimistisch ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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