KÖLN/BONN (dpa-AFX) - Die Corona-Krise hat die Erwartungen der Verbraucher an die Innenstädte verändert. Nach der Aufhebung der Lockdown-Regelung wollen viele Verbraucher die Stadtzentren nicht mehr nur zum Shoppen aufsuchen, sondern sich dort auch häufiger mit Freunden oder Familie treffen, dort Restaurants besuchen, oder an Events teilnehmen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners hervor. Von den Innenstadthändlern erwarten die Konsumenten, dass sie einiges vom Online-Handel lernen.

"Wir sehen, dass der Handel zwar ein wichtiger Magnet für eine lebendige Innenstadt nach dem Lockdown bleibt, doch die Relevanz der Innenstädte als Treffpunkt und sozialer Hub nimmt zu", sagte der Simon-Kucher-Handelsexperte Tobias Maria Günter. Immerhin 60 Prozent der Befragten gaben an, dass Treffen mit Freunden oder der Familie öfter der Anlass für einen Besuch in der Innenstadt seien würden, wenn dort erst wieder alles geöffnet habe. Fast jeder zweite Befragte (46 Prozent) meinte, er werde künftig öfter für Café- oder Restaurantbesuche in die Innenstadt fahren als früher. Rund 44 Prozent freuten sich vor allem auf Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte oder Stadtfeste.

Das heißt nicht, dass das Einkaufen in den Fußgängerzonen gar keine Rolle mehr spielen wird. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Befragten gab an, die Unterstützung des lokalen Einzelhandels werde bei Innenstadtbesuchen für sie künftig eine größere Bedeutung haben.

Allerdings sind die Erwartungen der Kunden an den Einzelhandel in den Fußgängerzonen in der Krise nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Immerhin 40 Prozent der Befragten gab an, attraktive Preise und Sonderangebote seien für sie seit Beginn der Pandemie wichtiger geworden, nur 7 Prozent fanden den Preis weniger relevant als früher. Mehr Wert legen die Kunden aber auch auf die Einkaufsatmosphäre und die Warenverfügbarkeit.

"Das verstärkte Online-Shopping in den vergangenen Monaten hat die Anforderungen der Kunden an den lokalen Handel verändert: Aus dem Internet sind sie Standards wie einen transparenten Preisvergleich oder die ständige Verfügbarkeit von Artikeln gewöhnt - und erwarten dies nun auch beim Shoppen in der Innenstadt", sagte der Simon-Kucher-Experte Tim Frommeyer./rea/DP/zb