BERLIN (dpa-AFX) - Der Zusammenhalt Europas steht einer aktuellen Umfrage zufolge bei den Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern an erster Stelle, wenn es um die wichtigsten außenpolitischen Aufgaben der Ampel-Regierung geht. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Zeitschrift "Internationale Politik" steht die Stärkung des europäischen Zusammenhalts für 44 Prozent der Befragten ganz vorne. Der weltweite Klimaschutz und die internationale Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie kommen demnach mit 35 beziehungsweise 32 Prozent auf die Ränge zwei und drei.

29 Prozent halten laut der Umfrage den Einsatz für eine gemeinsame europäische Außen- und Verteidigungspolitik für am wichtigsten. 22 Prozent finden, die Bundesregierung solle sich insbesondere darum kümmern, den Einfluss autoritärer Staaten wie Russland und China zu begrenzen. 18 Prozent plädieren für eine aktive Diplomatie, die bei Konflikten vermittelnd eingreift.

Als die Zeitschrift Ende April 2021 im Zusammenhang mit dem aufziehenden Bundestagswahlkampf nach den damaligen außenpolitischen Prioritäten fragte, nannten demnach noch 45 Prozent den Klimaschutz, 37 Prozent die Hilfe für ärmere Länder bei der Pandemiebekämpfung und nur 32 Prozent die Stärkung des europäischen Zusammenhalts.

Aktuell sei aber Europa insbesondere Jüngeren (18-29 Jahre) mit 61 Prozent besonders wichtig, ebenso das Eingreifen bei Konflikten (44 Prozent). Mit Blick auf die Parteienpräferenz falle auf, dass CDU/CSU-Anhänger Europas Zusammenhalt besonders häufig nennen (64 Prozent), und Wählerinnen und Wähler der Grünen den Klimaschutz (84 Prozent). FDP-Anhänger sind stark für ein Vorgehen gegen Autokraten (60 Prozent)./bk/DP/stk