FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz der Corona-Krise wollen die meisten Maschinenbauer weiter an ihren Ausbildungsplänen festhalten. Nach einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes VDMA unter 482 Mitgliedsfirmen gehen 67 Prozent der Befragten davon aus, dass sie künftig genauso viele gewerblich-technische Ausbildungsplätze anbieten können wie vor der Pandemie. Ein schrumpfendes Angebot in diesem Bereich erwarten 19 Prozent der Firmen, etwa 8 Prozent sehen einen Anstieg voraus. Vor allem um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern, würden die Unternehmen weiter auf Ausbildung setzen, erläuterte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer am Montag.

"Die großen technologischen Aufgaben unserer Zeit wie nachhaltige Produktion, Klimaschutz und Digitalisierung sind nur mit gut ausgebildeten Menschen und deren Innovationsgeist zu lösen. Die Unternehmen wissen das", sagte Rauen.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Maschinen- und Anlagenbau bleibe weiterhin gut, ergänzte Jörg Friedrich, Leiter VDMA Bildung. "Gleichzeitig ist es aktuell für unsere Mitglieder deutlich schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu rekrutieren." Zuletzt habe die Bundesagentur für Arbeit für den September gemeldet, dass es in den maschinenbaurelevanten Berufen noch rund 7000 unbesetzte Ausbildungsstellen gebe.

Die geringste Auswirkung wird die Pandemie der Umfrage zufolge auf das duale Studium haben. Für Praktika hat sich die Situation gegenüber der Umfrage im Mai etwas verschärft. 42 Prozent der Befragten gehen von einem Rückgang der Praktika für Schüler aus (Mai-Umfrage: 34 Prozent), 34 Prozent befürchten einen Rückgang für Studierende (29 Prozent).

Die Mehrheit der befragten Maschinenbauer (60 Prozent) geht von konstanten Stellenangeboten für Hochschulabsolventen aus. Rund 30 Prozent befürchten einen Rückgang, 11 Prozent erwarten einen Anstieg.

Die mittelständisch geprägte Maschinenbau ist dem Verband zufolge mit mehr als einer Million Beschäftigten größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland./mar/DP/stw