BERLIN (dpa-AFX) - Die Mehrheit der Bundesbürger geht davon aus, dass die Klimapolitik der Bundesregierung die sozialen Unterschiede in Deutschland vergrößert. Das geht aus einer Allensbach-Umfrage im Auftrag des Berliner Think Tanks Progressives Zentrum zu 100 Tagen Ampel-Regierung hervor. Demnach sind 52 Prozent überzeugt, die klimapolitische Maßnahmen könnten zu sozialen Verwerfungen führen. Nur zwei Prozent glauben, dass die Klimapolitik soziale Differenzen verringern kann. 29 Prozent gehen davon aus, dass sich Unterschiede weder vergrößern noch verkleinern werden. Am Donnerstag ist die neue Regierung 100 Tage im Amt.

Die Umfrage entstand - vom 24. Februar bis 8. März - unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen steigenden Energiepreisen. Fast jeder zweite Befragte (49 Prozent) rechnet aufgrund der Klimapolitik auch mit persönlichen Nachteilen, wie aus der Umfrage weiter hervorgeht. In Ostdeutschland liegt dieser Anteil sogar bei 61 Prozent. Nur sieben Prozent der Deutschen rechnen demnach mit Vorteilen, 34 Prozent glauben, dass sich in ihrem Umfeld nichts ändert.

Insgesamt findet knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent), die Geschwindigkeit, mit der die neue Regierung den Klimaschutz vorantreibe, sei angemessen. 23 Prozent meinen, sie sei zu hoch, 22 Prozent, sie sei zu niedrig.

Nur eine Minderheit verbindet mit der neuen Regierung Glaubwürdigkeit (23 Prozent), klare Positionen (23 Prozent) und gute Kommunikation der eigenen Politik (18 Prozent). Auch glauben nur 20 Prozent der Befragten, dass das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP das Potenzial hat, die Gesellschaft zu einen. Eine Mehrheit ist jedoch überzeugt, dass die Bundesregierung Willen zur Erneuerung (60 Prozent) mitbringt und langfristige Ziele für das Land hat (51 Prozent)./hme/DP/zb