DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Beim Düsseldorfer Energiekonzern Uniper <DE000UNSE018> muss der finnische Großaktionär Fortum <FI0009007132> weiter mit dem Widerstand der Arbeitnehmervertreter rechnen. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Harald Seegatz warf Fortum-Chef Pekka Lundmark am Mittwoch vor, Druck gegen die Interessen von Uniper auszuüben.

Fortum will seinen Anteil an Uniper von knapp 50 auf gut 70 Prozent aufstocken, in dem es die bisher von zwei Fonds gehaltenen Anteile übernimmt. Dazu benötigen die Finnen aber die Zustimmung der russischen Aufsichtsbehörde, die die Aufstockung der Fortum-Beteiligung bisher blockiert hatte. Es gebe keinerlei Indizien dafür, dass sich die Meinung der Behörden in Russland geändert habe, sagte Seegatz. "Wir wären auch überrascht, wenn die russischen Behörden zulasten der deutschen Interessen ihre Meinung ändern würden."

Seegatz stellte sich hinter Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg, den Lundmark durch einen Fortum-Vertreter ersetzen möchte. Das sei inakzeptabel und zeige erneut, "dass Fortum an einer konstruktiven Vorgehensweise kein Interesse hat". Seegatz bat Reutersberg, im Amt zu bleiben.

Lundmark hatte zwar angekündigt, im Zuge der Transaktion keine betriebsbedingten Kündigungen zu veranlassen. Seegatz warf dem Fortum-Chef dennoch vor, "bislang keinerlei Vorschläge im Bezug auf eine Beschäftigungs- und Standortgarantie unterbreitet" zu haben./hff/DP/fba