Industrie-Riesen mit starkem Burggraben und solider Dividende als gute Crash-Versicherung? Einige der sicheren Häfen seien inzwischen zu teuer, meinen die Analysten von Bernstein. Wo Anleger jetzt noch zugreifen können.

Schon im Frühjahr hatten die Analysten vom US-Vermögensverwalter Alliance Bernstein gewarnt, dass Anleger sich mit vermeintlichen Qualitätstiteln in falscher Sicherheit wiegen könnten. Denn der Run auf diverse "sichere Häfen" hat deren Kurse und damit auch die Bewertungen hochgetrieben. Zu hoch, wie die Analysten meinten. Sie raten stattdessen zum Kauf von zuletzt abgestraften Software- und Maschinenbau-Titeln. 

Als Grund für die Skepsis bei europäischen Industrieriesen wie Siemens, Siemens Energy, Dassault und Schneider Electric (Berstein setzt sie alle "Underperform") nennt Analyst Nicholas Green vor allem eine absehbare Verschlechterung der Umsatzzahlen. Obwohl Aktien in diesem Sommer zwischenzeitlich stark performt haben, hätten sich die Aussichten auf weitere Kursperformancevor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden Energie-Krise nicht verbessert.

"Wir glauben, dass die Umsätze und die Bewertung vieler Investitionsgüteraktien eine Phase der "Post-Covid-Normalisierung" durchlaufen müssen, um auf ein Niveau zurückzukehren, das eher mit ihrer Ertragskraft vor dem Covid-Vertrag übereinstimmt", schreibt Green in einem neuen Report.

Für andere Industrie-Werte sieht Bernstein hingegen ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Absoluter Top-Pick der Analysten ist der schwedische Maschinenbauer Sandvik. Mit einem Kursverlust von fast 40 Prozent seit Jahresanfang sieht Analyst Green hier schon vieles eingepreist. Das Unternehmen dürfte in den kommenden Jahren weiter vom Wachstum in der Bergbaubranche und der Nachfrage nach Batteriemetallen profitieren. Das Bernstein-Kursziel von 197 Kronen bedeutet ein Aufwärtspotenzial von 20 Prozent.

Zweiter Favorit der Analysten ist der Land- und Baumaschinenhersteller CNH Industrial. Das Unternehmen war nach einer Abspaltung erst im Januar 2022 an die Börse gekommen. Bernstein sieht für Anleger eine gute Gelegenheit zum Einstieg, bevor der Markt merke, "dass das Unternehmen eine ähnliche Bewertung wie der Konkurrent Deere verdient."

Ebenfalls auf "Outperform" stuft Bernstein die Aktien von Energie- und Automatisierungsspezialisten ABB, des Softwarekonzerns Aveva und des schwedischen Messtechnik-Spezialisten Hexagon.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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