BERLIN (dpa-AFX) - Bei der Umsetzung von neuen Schutzrechten für Pressehäuser im Internet hat eine Verwertungsgesellschaft eine Einigung mit der Suchmaschine Ecosia erzielt. Man habe sich auf einen Musterlizenzvertrag zur Nutzung von Presseinhalten und zur Zahlung einer dauerhaften Vergütung für die Inhalte der Pressehäuser und ihrer Urheber verständigt, teilte die deutsche Verwertungsgesellschaft Corint Media am Mittwoch gemeinsam mit der Suchmaschine mit Sitz in Berlin mit. Mit den US-Unternehmen Google und Microsoft hat sich Corint Media bislang nicht geeinigt, es wurde in beiden Streitfällen sogar eine Schiedsstelle eingeschaltet.

Corint Media ist eine von mehreren Verwertungsgesellschaften in Deutschland und vertritt zahlreiche Pressehäuser. Im vergangenen Jahr wurde das Urheberrecht hierzulande angepasst. Für Pressehäuser gibt es ein neues Leistungsschutzrecht - es soll sicherstellen, dass Internet-Plattformen wie zum Beispiel Suchmaschinen Geld an Medien bezahlen, wenn sie deren Artikel zeigen.

Die Umsetzung ist noch in den Anfängen. Es gibt verschiedene Modelle. Google zum Beispiel hatte begonnen, mit Publikationen direkt Verträge zu schließen und erzielte so zahlreiche Einigungen. Corint Media setzt hingegen auf eine nicht individuelle Lösung, sondern einen Gesamtbetrag, den man dann an die Mitglieder ausschüttet.

Die Berechnungsbasis der nun erzielten Einigung liegt laut Corint Media im konkreten Fall von Ecosia bei derzeit 3,3 Prozent der Werbeumsätze, die die Suchmaschine jährlich in Deutschland erzielt. Es sei damit die erste Suchmaschine, die diese Berechnungsgrundlage akzeptiert habe. Der weltweite Gesamtumsatz der Ecosia GmbH liegt nach eigenen Angaben bei 28 Millionen Euro, Umsatzzahlen für Deutschland lagen nicht vor. Die Bundesrepublik ist nach Firmenangaben der größte Markt mit 5 Millionen Nutzern von weltweit 20 Millionen. Das Suchmaschinenunternehmen Ecosia wird unter anderem über gemeinwohlorientierte Stiftungsgesellschafter gehalten und investiert Gewinne in Umweltschutz./rin/DP/nas