NEW YORK (dpa-AFX) - US-Staatsanleihen haben auch am Dienstag unter Druck gestanden. Im Gegenzug stiegen ihre Renditen weiter an. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel zu Handelsbeginn um 0,28 Prozent auf 131,42 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe stieg im Gegenzug auf 1,55 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Mitte Juni.

Zinsauftrieb kommt sowohl von steigenden Inflationserwartungen als auch von der Neigung großer Zentralbanken, ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zu straffen. Die Analysten der Commerzbank sprechen von "Zentralbank-Angst". In den USA steuert die Notenbank Federal Reserve auf eine moderate Straffung ihrer Geldpolitik zu. Auch in einigen anderen großen Volkswirtschaften wie Großbritannien spielen die Zentralbanken mit dem Gedanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt hingegen keine solche Neigung erkennen.

Neue Konjunkturdaten spiegeln einen Grund für die zunehmende Skepsis gegenüber der geldpolitischen Ausrichtung: den anhaltenden und zunehmenden Anstieg der Häuserpreise. In den USA sind die Immobilienpreise im Juli um fast 20 Prozent gestiegen, wie aus dem Case-Shiller-Index und dem FHFA-Preisindikator hervorgeht. In China, wo die Häuserpreise lange Zeit stark gestiegen sind, kämpft der große Immobilienentwickler Evergrande mit Zahlungsproblemen, weil Grundstücke und Häuser häufig mit viel Kredit erworben wurden./bgf/jsl/jha/