WASHINGTON (dpa-AFX) - Angesichts neuer Provokationen im Atomstreit hat US-Generalstabschef Mark Milley eine Warnung an den Iran ausgesprochen. "Wir setzen unser Vertrauen in die diplomatischen Bemühungen, aber gleichzeitig werden wir sicherstellen, dass wir ein angemessenes Maß an militärischen Kapazitäten in der Region aufrechterhalten, um bei Bedarf amerikanische Interessen zu verteidigen", sagte Milley dem TV-Sender Abc in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview.

Seit die USA im Mai 2018 einseitig das internationale Atomabkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe aufkündigten, haben die Spannungen zwischen den beiden Ländern immer weiter zugenommen. Im Juni hatte der Iran eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen. Für den Angriff auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien Mitte September macht Washington ebenfalls Teheran verantwortlich. Nun hat der Iran nach mehr als vier Jahren die Urananreicherung wieder aufgenommen.

Auf die Eskalationsstufen angesprochen sagte Milley: "Unsere Regierung hat entschieden, zu diesem Zeitpunkt nicht militärisch vorzugehen, aber wir haben die Fähigkeit dazu." Er verwies darauf, dass die USA im vergangenen Monat weitere Truppen in die Region verlegt haben. Das weitere Vorgehen hänge von Ausmaß und Art der Provokation des Irans ab und inwieweit das Land US-Soldaten, Interessen der Vereinigten Staaten oder Verbündete in der Region bedrohe, sagte Milley.

Die US-Regierung versucht mit einer Politik des "maximalen Drucks", den Iran zu einer Neuverhandlung des Atomabkommens mit schärferen Auflagen zu bewegen. Amerikanische Sanktionen haben in dem ölreichen Land in eine Wirtschaftskrise ausgelöst./lkl/DP/jha