WASHINGTON (dpa-AFX) - Der geschäftsführende US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan sieht Fortschritte bei der Reduzierung illegaler Migration an der Südgrenze der USA, spricht aber weiter von einer schwere Krise. Die Vereinbarung mit Mexiko aus dem Juni habe enorme Wirkung gezeigt und die Zahl illegaler Grenzübertritte im Juni um 28 Prozent reduziert, sagte McAleenan am Donnerstag im Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Lage sei aber weiter "jenseits des Krisenniveaus". Noch immer würden täglich etwa 2500 Grenzübertritte von Migranten registriert, die meisten davon Familien.

Die US-Grenzschutzbehörden hätten seit Anfang Oktober mehr als 800 000 Migranten an der Grenze festgenommen oder aufgegriffen, sagte McAleenan. Etwa 90 Prozent davon hätten die Grenze illegal zwischen offiziellen Grenzübergängen überschritten. Mehr als 80 000 seien unbegleitete Kinder gewesen. Diese Zahlen seien erschütternd, beispiellos und überforderten das Einwanderungssystem in den USA in jeder Hinsicht, beklagte er.

Die mexikanische Regierung hatte sich Anfang Juni dazu verpflichtet, härter gegen die illegale Migration vorzugehen. Damit konnte sie vorerst die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf alle Importe aus Mexiko abwenden. Die US-Regierung behielt sich dabei vor, nach 45 Tagen die bisherigen Resultate zu betrachten und dann über weitere Schritte zu entscheiden. Diese Frist läuft Anfang kommender Woche aus. US-Außenminister Mike Pompeo ist am Sonntag zu Besuch in Mexiko und wird dort Gespräche zum Thema Migration führen./jac/DP/he