GRAND RAPIDS (dpa-AFX) - Die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump ist nach Ansicht seines Herausforderers Joe Biden eine Mahnung, das Virus ernstzunehmen. "Es wird nicht automatisch verschwinden", sagte Biden am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan, bei dem er eine Maske trug. Er sagte, er bete für Trump und seine Ehefrau Melania, die sich auch mit dem Virus angesteckt hat. Biden rief dazu auf, in der Pandemie auf Wissenschaftler zu hören, Masken zu tragen, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen. "Es geht nicht darum ein harter Kerl zu sein", sagte der 77-jährige Demokrat. Es gehe darum, seinen Beitrag zu leisten. "Wir als Nation müssen besser mit dieser Pandemie umgehen", mahnte er.

Biden griff Trump nicht direkt an - seine Worte waren aber auch als Anspielung auf dessen Umgang mit dem Coronavirus zu verstehen. Trump hatte mehrfach gesagt, das Virus werde einfach verschwinden, und Biden für seine Vorsicht in der Pandemie verspottet. Trump zog zudem öffentlich die Einschätzungen seiner Experten in Zweifel.

Der republikanische Amtsinhaber und sein Herausforderer standen noch am Dienstagabend 90 Minuten lang auf einer Bühne bei ihrem ersten Fernsehduell. Biden sagte am Freitag, er habe zwei Corona-Tests gemacht, die beide negativ ausgefallen seien.

Die USA haben die Corona-Pandemie noch immer nicht unter Kontrolle gebracht. Mehr als 208 000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben, mehr als 7,3 Millionen Ansteckungen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden./lkl/DP/zb