Der Devisenmarkt bietet in der aktuellen Gemengelage jede Menge Spannung. Insbesondere der US-Dollar sorgt hier gegenwärtig dafür. Vor allem die Entwicklung des Greenbacks gegen den Japanischen Yen hielt zuletzt einige interessante Wendungen bereit. In unserer letzten Kommentierung hatten wir vor allem die charttechnischen Aspekte bei USD/JPY in den Fokus gestellt. Die Entwicklung des Währungspaars seit Ende August kann bzw. konnte man in das Korsett einer bärischen Keil-Formation (rot dargestellt) pressen.

Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als würde der Greenback der drohenden Korrektur (bärische Keile werden üblicherweise über einen abwärtsgerichteten Ausbruch aufgelöst) ein Schnippchen schlagen können, wendete sich zuletzt das Blatt doch wieder zu Gunsten des Japanischen Yen. Doch der Reihe nach. Der US-Dollar konnte mit der Rückeroberung der 109,0 JPY zunächst ein wichtiges Kaufsignal generieren. Vor allem der Umstand, dass neben dem massiven Horizontalwiderstand auch die 200-Tage-Linie bullisch gekreuzt werden konnte, hellte das Chartbild aus Sicht des US-Dollar zunächst auf. Der Greenback legte nach und startete eine ambitionierte Bewegung in Richtung 110,0 JPY. Allerdings hatte der US-Dollar die Rechnung ohne die obere Begrenzung des Keils gemacht, die ihre limitierende Wirkung im weiteren Verlauf eindrucksvoll bestätigte. Der US-Dollar musste den Rückzug antreten und hat nun wieder die 109 JPY unterschritten. Damit liegt bei USD/JPY ein frisches Verkaufssignal vor. Gleichzeitig ist der US-Dollar nun im Begriff, den bärischen Keil über die Unterseite und damit regelkonform aufzulösen. Noch besteht durchaus das Risiko eines Fehlsignals. Eine weitere Bestätigung des Verkaufssignals würde unserer Meinung nach durch den Bruch der 108,0 JPY gegeben werden.

Dass der US-Dollar unter Druck geriet, hatte auch fundamentale Gründe. In den USA wurde am Montag (02.12.) ein überraschend schwacher ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe für November veröffentlicht. Zudem dürften die aktuellen Signale aus der US-Handelspolitik dem Greenback zusetzen. Die Verhandlungen mit China stocken. Zudem hat US-Präsident Trump die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumporte aus Brasilien und Argentinien reaktiviert. Auch gegenüber Frankreich droht der US-Präsident mit Konsequenzen respektive neuen Zöllen. Die geplante Einführung der "Digitalsteuer" in Frankreich, die vor allem US-amerikanische Internetkonzerne treffen würde, ruft Trump auf den Plan, der wiederum Frankreich nun mit Zöllen auf französische Exportschlager, wie etwa Käse, droht.

Kurzum: Wer auf einen ruhigen Jahresausklang an den Finanzmärkten gehofft hat, könnte enttäuscht werden. Die Aktienmärkte sind ob der härteren US-Handelspolitik bereits in Wallung geraten und auch am Devisenmarkt scheint sich etwas zu tun. Sollte der US-Dollar nun auch noch gegen den Yen die wichtige Unterstützung bei 108,0 JPY aufgeben müssen, könnte es für den Greenback prekär werden. Gleichzeitig gilt aber auch, dass eine Rückkehr über die 109,0 JPY die Lage aus Sicht des US-Dollars bereits wieder entspannen würde.

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