BRUMADINHO/RIO DE JANEIRO (dpa-AFX) - Der brasilianische Bergbaukonzern Vale erwägt nach dem verheerenden Dammbruch an einer seiner Eisenerzminen in Brasilien die Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe auszusetzen. Dies habe der Verwaltungsrat in einer außerordentlichen Sitzung beraten, teilte der Bergbaukonzern in der Nacht zum Montag mit. Zudem werde überlegt, Managern die variablen Gehaltsanteile vorübergehend zu streichen.

Es sei auch die Gründung von zwei Gremien mit externen Beratern beschlossen worden, um den Verwaltungsrat zu unterstützen, hieß es weiter. Ein Ausschuss solle sich um Unterstützung für die Hinterbliebenen und die Schäden des Dammbruchs kümmern. Die andere Gruppe solle die Ursachen der Katastrophe untersuchen.

Nach dem Dammbruch nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais ist die Zahl der bestätigten Todesopfer jüngsten Angaben zufolge auf 58 gestiegen. 305 weitere Menschen wurden noch vermisst, wie die Zivilschutzbehörde am Sonntag mitteilte. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch weiter steigen.

"Es sind viele Vermisste. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie tot sind, ist erheblich gestiegen", sagte der Minister für regionale Entwicklung, Gustavo Canuto. Am Sonntag konnten die Rettungskräfte keine Überlebenden bergen. Der Damm an der Mine des Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen gerollt. Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman am Sonntag. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, um die Verantwortlichen für das Unglück zu ermitteln./stk/dde/mne/jha/