Zur Wochenmitte bricht der Aktienkurs des Impfstoff-Hoffnungsträgers Valneva deutlich ein. Auslöser ist eine angekündigte Kapitalerhöhung. Des weiteren verkündet das französische Biotech-Unternehmen relevante Informationen bezüglich des geplatzten Deals mit Großbritannien sowie der anstehenden Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen. 

Valneva plant Kapitalerhöhung

Wie Valneva mitteilte, beabsichtigt das Unternehmen im Rahmen der Kapitalerhöhung 5,5 Millionen neue Aktien zu platzieren. Die konkreten Konditionen für die Kapitalerhöhung stünden noch nicht fest, das Bookbuilding-Verfahren sei jedoch bereits im Gange. Ein Teil des Volumens soll in den Vereinigten Staaten als American Depositary Shares (ADS) für Short-Aktien ausgegeben werden – jede ADS-Aktie stehe dabei für zwei Aktien von Valneva. „Goldman Sachs, Jefferies, Guggenheim Securities und Bryan, Garnier & Co. fungieren als Joint Bookrunner für das Global Offering“, teilt der Franzose mit. Sie können zusätzliche ADS in Höhe von insgesamt bis zu 15% der Gesamtzahl der sich im Global Offering befindlichen Stammaktien platzieren. 

Mit dem Erlös aus dieser Emission und zusätzlichen Barbeständen hofft Valneva, die Arbeit seiner eigenen Impfstoff-Pipeline weiter voranzutreiben. Zu dieser gehört unter anderem der Corona-Impfstoff, für welchen zusätzliche 100 Millionen US-Dollar eingesetzt werden sollen. Daneben sollen beispielsweise 60 Millionen Dollar in die Fertigstellung des Chikungunya-Impfstoffkandidaten VLA1553 investiert werden. Bis zum Abschluss der zweiten Phase der klinischen Studien werden weitere 50 Millionen US-Dollar für die Entwicklung des Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten VLA15 einschließlich der Lieferung an Pfizer aufgewendet. Etwa 20 Millionen US-Dollar sind für die Finanzierung des Fortschritts von präklinischen Impfstoffkandidaten bis hin zur klinischen Entwicklung vorgesehen.

Valneva dämpft Erwartungen an Q3-Zahlen

Darüber hinaus gab Valneva bekannt, dass bei der Präsentation der Quartalszahlen am 18. November nur die Cashposition per Ende September sowie der Umsatz der ersten neun Monate thematisiert werden. 

Obwohl die britische Regierung vor einigen Wochen den Liefervertrag des Valneva-Impfstoffs gekündigt hat, seien beide laut Valneva aktuell noch miteinander im Gespräch: „Valneva diskutiert weiterhin die endgültigen Bedingungen für die Beendigung der britischen Liefervereinbarung mit der britischen Behörde, und diese endgültigen Bedingungen sowie andere kommerzielle Möglichkeiten und der Erhalt der behördlichen Zulassung von VLA2001 können sich auf die finanzielle Lage des Unternehmens auswirken“. 

Valneva-Aktie: Der Highflyer lässt Federn 

Die Valneva-Aktie gehört zu den Gewinnbringern der letzten Tage. Aktuell befindet sich das Papier jedoch im Sinkflug. Während es bei der Eröffnung noch bei 22,41 Euro war, notiert es aktuell im Handel von Lang & Schwarz mit einem Minus von 8,83% bei 20,44 Euro. 

Der starke Rückgang ist nicht nur auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen, immerhin lag die Biotech-Aktie Mitte Oktober noch bei rund 12 Euro und hat sich dann aufgrund guter Nachrichten über den COVID-19-Impfstoff innerhalb weniger Tage fast verdoppelt. Vielmehr liegt es an einer angekündigten Kapitalerhöhung, wegen der die Valneva-Aktie derzeit unter Druck steht. 

/sf