Stockholm (dpa) - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat im ersten Halbjahr 2019 unter dem Strich ein Plus von knapp 8 Prozent erzielt. Der Gewinn habe in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 7,7 Milliarden Kronen (730,6 Millionen Euro) gelegen.

Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 von 75 auf 84,2 Milliarden Kronen, wie das Unternehmen am Freitag in Solna bei Stockholm mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis des schwedischen Energiekonzerns vor Zinsen und Steuern lag im ersten Halbjahr 2019 bei 13,3 Milliarden schwedischen Kronen und damit um 1,3 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

«Man kann sagen, dass wir eine sehr stabile Entwicklung haben», sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall der Deutschen Presse-Agentur. Der Sturm «Alfrida» habe für Vattenfall zwar zum Jahresbeginn Kosten in Höhe von fast einer Milliarde Kronen verursacht. Dies sowie schwächere Zahlen im Verkauf seien aber durch das bessere Ergebnis bei der Stromproduktion ausgeglichen worden. «Das balanciert sich im Vergleich zum Vorjahr in etwa aus», sagte Hall.

Vattenfall hat sich als Ziel gesetzt, binnen einer Generation Strom und Wärme ohne die Verwendung fossiler Brennträger zu erzeugen. Diese Strategie scheint Früchte zu tragen: Die Schweden hatten 2017 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben, auch 2018 fiel das Ergebnis des Staatskonzerns positiv aus.

Die Offshore-Windkraft sei einer der wichtigsten Wachstumsbereiche für das Unternehmen, erklärte Hall. Erst vor einer Woche hatte der Konzern den Zuschlag für den zweiten Abschnitt des niederländischen Windparks Hollandse Kust Zuid gewonnen. «Das ist ein wichtiges Signal dafür, wohin wir auf dem Weg sind», sagte Hall der dpa.

Deutschland bleibe im Verkauf der größte und zudem auch ein sehr spannender Markt für den Staatskonzern, sagte Hall. Ende 2018 hatte Vattenfall laut Geschäftsbericht neben seinen Geschäftskunden mehr als 3,2 Millionen Privatkunden in Deutschland, was beinahe die Hälfte der Gesamtprivatkundenzahl ausmachte. Die Zahl der deutschen Kunden wachse, so Hall.

Aber nicht alles läuft reibungslos in der Bundesrepublik. Ungeklärt ist weiter der Streit um die sogenannte Reststrommenge für das 2011 stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel in Geesthacht in Schleswig-Holstein. Der Stromkonzern PreussenElektra will erreichen, dass ihm von der gemeinsam mit Vattenfall getragenen Kraftwerksbetreibergesellschaft die Hälfte der Reststrommenge ohne Entschädigung übertragen wird, um sie im Kernkraftwerk Grohnde (Niedersachsen) zu nutzen. Vattenfall will dafür Geld sehen. Ein erstes Urteil vor dem Landgericht Hamburg soll am 29. August verkündet werden.

Auch in Berlin gibt es Streit: Vattenfall hat Beschwerde gegen den Beschluss des Senats eingereicht, der Anfang März dem Konkurrenten Berlin Energie den Zuschlag zum Betrieb des Berliner Stromnetzes gewährt hatte. Vattenfall habe der Stadt ein Kooperationsmodell vorgeschlagen, sagte Hall. «Wir wollen ein guter Partner für die Stadt Berlin sein.»