LONDON (dpa-AFX) - Der Stellenabbau bei der Deutschen Bank dürfte nach Einschätzung eines führenden britischen Branchenverbandes keine größeren Auswirkungen auf den Finanzstandort London haben. Man müsse berücksichtigen, dass in London rund 776 000 Menschen im Finanzsektor und in damit verbundenen Dienstleistungen arbeiteten, darunter 147 000 im Bankenwesen, teilte ein Sprecher des Verbandes TheCityUK am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Während jeder Jobverlust bedauerlich sei, stelle eine Zahl von beispielsweise 2000 Arbeitsplätzen nur etwa 0,3 Prozent des Gesamtwertes dar. Solch eine Zahl könne von der Branche durchaus aufgefangen werden.

Die auf Finanzdienstleistungen spezialisierte Headhunter-Firma Execuzen geht davon aus, dass eine Reihe der Betroffenen einige Schwierigkeiten dabei haben dürfte, einen neuen Job zu finden, besonders diejenigen im Cash-Equity-Bereich. "Alles hängt von den Fähigkeiten derjenigen ab, die ihren Arbeitsplatz verloren haben", sagte Execuzen-Chef Adrian Ezra. Andererseits dürften Banker mit gefragten Qualifikationen schnell neue Stellen finden, da Firmen sie nun nicht mehr aus den Verträgen bei ihrem alten Arbeitgeber herauskaufen müssten.

Die Deutsche Bank <DE0005140008> hatte am Sonntag einen radikalen Umbau beschlossen, um ihre Dauerkrise zu beenden. Bis zum Ende des Jahres 2022 sollen weltweit rund 18 000 Vollzeitstellen bei Deutschlands größtem Geldhaus gestrichen werden. Bis dahin will der Dax <DE0008469008>-Konzern seine Belegschaft auf etwa 74 000 Vollzeitkräfte verringern. Ende März 2019 hatte die Bank weltweit knapp 91 500 Vollzeitbeschäftigte, davon gut 41 500 in Deutschland. Wie viele der rund 8000 Stellen in der Finanzmetropole London wegfallen, ist noch nicht bekannt. Anfang der Woche hatten jedoch bereits die ersten Mitarbeiter in der britischen Hauptstadt ihre Büros geräumt./trs/DP/jha