BERLIN (dpa-AFX) - Der Bundesverband der Freien Berufe hat die vom Bund geplante Verlängerung von Corona-Wirtschaftshilfen begrüßt - mahnt aber, es müsse bei Bedarf weiter nachgelegt werden. Präsident Wolfgang Ewer sagte unter Verweis auf eine neue Konjunkturumfrage, jeder dritte betroffene Freiberufler gebe an, dass er das Jahr 2020 ohne Hilfsgelder nicht überstanden hätte. "Daraus folgt auch, dass die Hilfsinstrumente, wo es noch nötig ist, verlängert und optimiert werden müssen."

Ewer begrüßte die von der Bundesregierung avisierte Verlängerung und Verbesserung von Überbrückungshilfe und Neustarthilfe. Dies habe der Verband wiederholt gefordert. "Wenn das erweiterte Zeitfenster bis Ende September nicht reicht, muss nachgelegt werden."

Die Bundesregierung hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf eine Verlängerung von Wirtschaftshilfen für besonders belastete Unternehmen in der Corona-Krise geeinigt. Die Überbrückungshilfe III solle als "Überbrückungshilfe III Plus" bis Ende September 2021 verlängert werden, hieß es am Dienstag in Regierungskreisen.

Laut Umfrage beurteilen die freien Berufe ihre momentane Lage besser als im Vorsommer. Die Lage sei aber weiter angespannt, so Ewer. "Teile derjenigen, die bislang gerade noch gut durch die Krise kommen, befürchten, dass sich auch ihre Lage durch ausbleibende Aufträge und Insolvenzen ihrer Auftraggeber zuspitzen könnte." Dies präge auch die Personalplanung. "Sie ist verhalten. Nachdem bereits Stellen abgebaut wurden, sind weitere rund 120 000 Stellen bedroht."

Ewer forderte die Politik zudem auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Er nannte den Ausbau und die Beschleunigung von öffentlichen Investitionen, die Entlastung von Unternehmen und den Abbau von Bürokratie.

Die Krise habe die freien Berufe nicht "demoralisiert". Acht von zehn selbstständigen Freiberuflern (80,2 Prozent) würden laut Umfrage den Schritt in die Selbstständigkeit nochmals gehen. In Vor-Corona-Zeiten hätten dies 85,6 Prozent gesagt./hoe/DP/stk