BERLIN (dpa-AFX) - Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie erwartet infolge des Ukraine-Kriegs eine weiter angespannte Lage an den Ölmärkten. Die von der Internationalen Energieagentur beschlossene Freigabe von Reserven könnte aber für eine leichte Entspannung sorgen, teilte der Verband am Mittwoch auf Anfrage mit.

Der Benzinpreis für Super E10 sei im Bundesdurchschnitt binnen einer Woche um knapp 8 Cent auf 1,83 Euro je Liter gestiegen, der Dieselpreis um 9 Cent auf 1,76 Euro. "Diese Entwicklung beruht in erster Linie auf einem Risikoaufschlag auf den Ölpreis." Der weitere Verlauf hänge unter anderem von den Förderentscheidungen der wichtigsten Ölländer und von der geopolitischen Situation ab.

Die Internationale Energieagentur (IEA) will mit der Freigabe von Rohölreserven die Folgen des Krieges von Russland gegen die Ukraine an den Märkten abmildern. Insgesamt werden die 31 Mitgliedsländer der Agentur 60 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer am Dienstag in Paris veröffentlichten Mitteilung heißt. Die Ölpreise hatten zuletzt deutlich zugelegt.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands, sagte: "Wir stimmen mit der Bundesregierung überein, dass jetzt erst recht eine große Energievielfalt mit Fokus auf Klimaschutz der richtige Weg ist." Dazu zählten Produktion und Import von CO2-armem Wasserstoff für Industrie, Lkw und Schiffe, mehr Biokraftstoffe für herkömmliche Pkw sowie mehr Ladesäulen für E-Autos. "Für die notwendigen Investitionen in diese Zukunftsbereiche brauchen wir passende Rahmenbedingungen und damit die Unterstützung der Politik."/hoe/DP/jha