FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Trend zu Gebührenerhöhungen in der Bankenbranche gefährdet nach Ansicht von Verbraucherschützern das "Konto für Jedermann". Seit nunmehr fünf Jahren hat jeder Bürger ein Recht auf ein sogenanntes Basiskonto. "Der Erfolg des Basiskontos steht auf dem Spiel", warnt Julian Merzbacher von der Bürgerbewegung Finanzwende. "Der Zugang zu einem Konto darf keine Frage des Geldbeutels sein, denn es ist essenziell. Andere europäische Staaten, in denen die Gebühren auf niedrigem Niveau gedeckelt sind, machen vor, dass es anders geht."

Gehaltszahlung, Online-Einkauf, Stromrechnung - ohne Girokonto geht kaum etwas. Doch in der Vergangenheit hatten es zum Beispiel Menschen ohne festen Wohnsitz oder Flüchtlinge oft schwer, ein Konto zu eröffnen. Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie von 2014 änderte sich vor fünf Jahren die Rechtslage in Deutschland: Seit dem 19. Juni 2016 hat jeder Bürger Anspruch auf ein Girokonto.

Voraussetzung für die Einrichtung eines Basiskontos ist, dass man sich legal in der Europäischen Union aufhält. Der Kontoinhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Ablehnen darf eine Bank den Antrag auf Eröffnung eines Basiskontos nur in seltenen Fällen, zum Beispiel dann, wenn ein Kunde bereits ein Konto bei einer anderen Bank in Deutschland nutzt./ben/DP/zb