Noch ist nicht absehbar, wann die vielen Beschränkungen des öffentlichen Lebens weltweit wieder aufgehoben werden können. Die gesamte Luftfahrtbranche hat darunter extrem zu leiden. Airlines wie die Lufthansa (WKN: 823212) sind direkt betroffen, Flugzeughersteller wie Airbus (WKN: 938914) sind dagegen nur indirekt betroffen, merken aber die Kaufzurückhaltung der Airlines. Die komplett unterschiedlichen Geschäftsmodelle machen eines der Unternehmen aber zur besseren Wahl.

Lufthansa kämpft mit zu hohen Kosten

Die Lufthansa wurde von den Lockdowns massiv getroffen. In den ersten neun Monaten des Jahres hat sich ein riesiger Verlust von mehr als 4 Mrd. Euro angehäuft. Und auch in den kommenden Monaten ist mit hohen Verlusten zu rechnen. Aber die Lufthansa ist gut vorbereitet und hat sich in den letzten Monaten mit Liquidität eingedeckt. Nach letztem Stand hat die Lufthansa noch 10,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Das sollte selbst bei den hohen Verlusten, wie sie derzeit anfallen, einige Zeit reichen.

Inzwischen macht der Konzern zumindest Fortschritte bei der Kostenreduzierung. In den vergangenen Quartalen hat die Lufthansa 500 Mio. Euro pro Monat verbrannt. Im vierten Quartal soll der Wert auf 350 Mio. Euro verringert werden und im kommenden Jahr sollen wieder operative Mittelzuflüsse verbucht werden. Damit könnte man, wenn alles nach Plan verläuft, im kommenden Jahr damit beginnen, die enorm hohe Verschuldung zu verringern. Denn am Ende des dritten Quartals lag die Nettoverschuldung bereits bei 8,9 Mrd. Euro. Unklar ist aber, an welche Bedingungen diese Entwicklung geknüpft ist. Müssen die Passagierzahlen wieder in Richtung des Vorkrisenniveaus steigen? Sollte der Markt noch über Monate brachliegen, könnte der Plan sich als Luftnummer erweisen. Hier besteht also noch ein enormes Risiko böser Überraschungen.

Airbus macht deutliche Fortschritte

Airbus dagegen ist bisher sehr viel besser durch die Krise gekommen. Zwar hat auch Airbus einen Verlust von 2,7 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten des Jahres verkraften müssen. Aber schon im dritten Quartal sahen die Ergebnisse wieder sehr viel rosiger aus, wenn man eine Rückstellung für Restrukturierungskosten außer Acht lässt. Denn für Restrukturierungen wurden im dritten Quartal 1,2 Mrd. Euro zurückgestellt. Das hat dazu geführt, dass nach Steuern ein Verlust von 0,6 Mrd. Euro verbucht wurde. Ohne die Restrukturierungskosten wäre Airbus also schon wieder profitabel gewesen.

Bemerkenswert ist zudem, dass der Umsatz in dem Quartal nur um 27 % gefallen ist. Das Geschäft ist also keineswegs zum Stillstand gekommen, wie man angesichts der Krise hätte erwarten können. Selbst die Zahl der bestellten Flugzeuge befindet sich nicht im freien Fall, sondern steigt gegenüber dem Vorjahr weiter an. Denn zum Ende des Quartals standen immer noch 7.441 Flugzeuge in der Bestellliste. Das sind 4,3 % mehr als im Vorjahr. Hier ist also zu erwarten, dass Airbus auch in den kommenden Monaten verhältnismäßig starke Zahlen präsentieren wird. Trotzdem ist die Aktie seit Beginn der Krise ähnlich stark gefallen wie die der Lufthansa. Von etwa 130 Euro je Aktie ging es auf aktuell 86,49 Euro (Stand: 13.11.2020) bergab. Die Aktie der Lufthansa ist von etwa 16 Euro am Jahresanfang auf nun 9,30 Euro gefallen (Stand: 13.11.2020).

Eine Erholung bei der Lufthansa ist aber stark davon abhängig, wie sich das Verhalten der Reisenden in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird. Bleibt die Erholung aus, muss die Lufthansa weiter sparen und der Aktienkurs wird sich nur schwer erholen können. Airbus wird dagegen auch im schlimmsten Fall weiter Flugzeuge verkaufen können. Denn selbst auf niedrigerem Niveau werden die Airlines weltweit regelmäßig neue Flugzeuge benötigen, um die alternden Flugzeuge zu ersetzen. Eine Erholung dürfte hier sehr viel schneller gehen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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