Obwohl das Unternehmen noch praktisch keine Umsätze schreibt, ist die Aktie von QuantumScape (WKN: A2QJX9) in aller Munde. Zumindest unter Anlegern, die sich für die Zukunft der Elektromobilität interessieren. Zeitweise lag die Marktkapitalisierung bei deutlich über 30 Mrd. US-Dollar. Dabei gibt es weltweit Dutzende Spezialisten, die jeweils die Wunderbatterie versprechen. Nur wenige davon kann man an der Börse handeln, was sicherlich zum Teil erklärt, warum sich das Anlegerkapital so stark auf QuantumScape konzentrierte.

Ein anderer Grund liegt darin, dass QuantumScape eng mit Volkswagen (WKN: 766403) zusammenarbeitet, dem Autobauer, der unter den etablierten zu den ambitioniertesten gehört, was Elektroautos und Investitionen in die Lieferkette angeht. Doch die Wolfsburger pflegen direkt und indirekt Beziehungen zu einer Reihe von spannenden Technologieunternehmen im Bereich der Batterietechnik. Dazu gehört auch China BAK Battery.

Diese ist praktischerweise an einer Holding in Nevada (USA) angehängt, die als CBAK Energy Technology (WKN: A2DKLR) an der Nasdaq gehandelt wird und zuletzt, ähnlich wie QuantumScape, mit einem Kurssprung auf sich aufmerksam gemacht hat. Grund genug, sie einmal genauer anzusehen.

Ist CBAK Energy Technology ein seriöses Unternehmen?

Dass CBAK an der Nasdaq gehandelt wird, hat den Vorteil, dass das Management sich den Transparenzpflichten der US-Börsenaufsicht SEC unterwerfen muss. Wir wissen zwar aus Negativbeispielen der Vergangenheit, dass das keine Garantie darstellt, aber es hilft. Forschung und Produktion sind seit 2014 im Wesentlichen bei der Tochter Dalian CBAK Power Battery angesiedelt.

Die Website zeigt einen modernen Gebäudekomplex mit Parkanlagen, der an eine weitläufige Gigafactory erinnert. Es handelt sich aber nur um eine computergenerierte Darstellung. Die Realität besteht, soweit für mich per Satellitenbild erkennbar, lediglich aus einem zum kleinen Teil bebauten großen braunen Baugrundstück am Rande eines Industriegebiets. Aber es schadet natürlich nicht, große Pläne zu haben.

CBAK beschreibt sich als Hersteller von Hochleistungs-Lithiumbatterien, die von kabellosen Werkzeugen über stationäre Energiespeicher bis hin zu Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Darauf aufbauend will das „führende Hightech-Enterprise“ zukünftig auch leichte Elektrofahrzeuge fertigen.

Der mächtige Mann von CBAK ist Yunfei Li, der seit 2014 in führenden Positionen im Unternehmen aktiv ist. Als Bauingenieur hatte er zunächst im Immobiliengeschäft Managementerfahrung gesammelt, bevor er in den Bereich der „Neuen Energien“ wechselte. Er ist also sicherlich kein herausragender Batterieexperte. Doch anscheinend kann er Führungsqualitäten und gute Beziehungen zu lokalen Entscheidungsträgern in die Waagschale werfen.

Ich würde sagen, das alles hinterlässt zunächst einen durchwachsenen Eindruck.

Der Deal mit Volkswagen

Doch wie kommt nun VW ins Spiel? Nun, in China hat der Konzern im Juni 2020 die Mehrheit beim lokalen Partner JAC übernommen, der unter anderem auch Elektromodelle wie den SOL E20X und den ID.4 herstellt. Und JAC wiederum hat im Januar gemeldet, dass sie zusammen mit CBAK an der Entwicklung von großformatigen zylindrische Rundzellen arbeitet. Die Partnerschaft solle drei Jahre dauern und im Erfolgsfall werden die Batterien bei JAC-Autos eingesetzt.

Das Ziel lautet, Berichten aus China zufolge, bis nächstes Jahr eine marktreife Batteriezelle zur Verfügung zu haben, die ab 2023 massenproduziert werden kann. Zur geplanten konzernweiten prismatischen Einheitszelle mag das nicht passen, aber Volkswagen fährt gerne mehrgleisig. Und dass JAC in begrenztem Umfang einen weiteren Technologiepfad auskundschaftet, ist aus Risikogesichtspunkten heraus vielleicht nützlich.

CBAK Energy Technology in Zahlen

Für diese großen Pläne benötigt CBAK natürlich viel Kapital. Schließlich hat das Unternehmen 2020 lediglich Umsätze im Umfang von 37,6 Mio. US-Dollar geschrieben, bei einem Nettoverlust von 7,8 Mio. US-Dollar. Die größten fünf Kunden machen fast 80 % der Umsätze aus und die über die Jahre aufgelaufenen Verluste summieren sich auf 184 Mio. US-Dollar.

Doch den Hype rund um die Elektromobilität und QuantumScape hat CBAK geschickt genutzt. Über die gut platzierte Verkündung der Partnerschaft mit JAC wurde der seit Jahren darbende Spezialist ins Rampenlicht gerückt. Der Kurs vervielfachte sich innerhalb von wenigen Tagen, sodass aus dem Pennystock ein Small-Cap geworden ist. Diese Situation nutzen einige Altaktionäre aktuell für den Verkauf von Anteilen. Über die Ausübung von Optionen könnte gegebenenfalls auch Geld in das Unternehmen fließen.

Mein Fazit

Die Verbindung von CBAK zu Volkswagen ist mir zu lang, um dies als relevantes Kaufargument anzusehen. Wie stark die Batterietechnologie ist, lässt sich schwer abschätzen, aber angesichts der bisherigen Erfolge würde ich noch nicht viel darauf geben. Obwohl es immer schön ist, Alternativen zu heißgelaufenen Aktien aufzuzeigen: CBAK ist wohl auch keine Lösung.

Der Artikel Vergiss QuantumScape! Ist die CBAK-Aktie der wahre Deal? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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