PASSAU/REGENSBURG (dpa-AFX) - Die Verlagsgruppe um die "Passauer Neue Presse" übernimmt den angrenzenden Wettbewerber Mittelbayerischer Verlag mit der "Mittelbayerischen Zeitung". Durch das Geschäft entsteht ein durchgängiges Verbreitungsgebiet vom Osten Bayerns bis nach Ingolstadt in Oberbayern mit dem vor einigen Jahren gekauften "Donaukurier".

Die Verlegerfamilien Esser (Mittelbayerischer Verlag/"MZ") und Diekmann (Verlagsgruppe Passau/"PNP") einigten sich auf den Übergang, wie die PNP am Freitag mitteilte. Das Vorhaben stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes. Über sämtliche Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der Mittelbayerische Verlag äußerte sich auf Anfrage nicht direkt selbst und verwies auf die Mitteilung aus Passau. "MZ"-Herausgeber Peter Esser lobte darin die gute Verhandlungsatmosphäre zwischen allen Beteiligten.

Die Familie Esser scheide nach der Genehmigung durch das Kartellamt aus der Gesellschaft aus. Mit ihr zusammen werde sich auch der langjährige Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Wunnike, aus dem Unternehmen zurückziehen. Auf Wunsch der Familie habe er sich bereiterklärt, den Übergang bis zum Jahresende zu begleiten.

PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann bedankte sich für das große Vertrauen, das die Familie Esser mit dem Verkauf in sie setze. "Wir glauben fest an die Zukunft der Regionalzeitung - ob nun in gedruckter oder in elektronischer Form", betonte sie.

Mit der "MZ" entwickelt sich die Verlagsgruppe Passau nach eigenen Angaben zu einem der auflagenstärksten Regionalzeitungsverlage in Bayern. Zusammen erreichten die drei Tageszeitungstitel im Schnitt eine tägliche verkaufte Auflage von rund 348 000 Stück (IVW: Stand 2020). Die verschiedenen Onlineangebote verzeichneten pro Monat zusammen rund 27,3 Millionen Visits./fd/DP/eas