BERLIN (dpa-AFX) - Mieterhaushalte in Deutschland zahlen nach Angaben von Eigentümerverbänden trotz der Corona-Krise weiter verlässlich ihre Miete. Es gebe keine vermehrten Kündigungen oder gar Zwangsräumungen, sagte Haus-und-Grund-Präsident Kai Warnecke am Donnerstag. "Die Sicherungssysteme in unserem Land, sie funktionieren." Auch regionale Vermieterverbände und der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) registrierten keinen Anstieg der Kündigungen wegen Mietrückständen. Bei seinen Bestandshaltern machten diese wie vor der Krise zwischen null und zwei Prozent der Kündigungen aus, hieß es beim ZIA.

Der Immobilienexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Voigtländer, sagte, Mieter hätten im vergangenen Sommer auch nicht verstärkt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Miete zu stunden. Einen Grund sieht er darin, dass die Haushalte an anderer Stelle weniger Geld ausgaben, etwa beim Urlaub, beim Ausgehen und anderen Freizeitangeboten.

Haus und Grund vertritt kleinere private Vermieter in Deutschland. Immer mehr Eigentümer machten sich angesichts der Debatte um einen bundesweiten Mietendeckel Sorgen, sagte Warnecke beim Zentralverbandstag am Donnerstag. Das von ihnen erarbeitete Eigentum habe politisch nicht mehr den Stellenwert, den das Grundgesetz zusichere.

Der Verband verwies darauf, dass laut Statistischem Bundesamt die Mieten moderat stiegen und auch bei Neuverträgen Beruhigung eingetreten sei. Von einem Mietendeckel profitierten besonders wohlhabende Mieter, sagte Warnecke.

Der Kanzlerkandidat von CDU und CSU, Armin Laschet, sprach sich in einem Grußwort für mehr Neubau aus, um den Mietenanstieg zu dämpfen. Neue Gesetze seien nicht nötig. "Wohnungen entstehen nicht durch Ideologie, sondern durch Förderung derer, die bereit sind, in Wohnungen zu investieren", sagte er./bf/DP/mis