BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Verwaltungsgerichte beklagen eine seit 2015 anhaltende Dauerbelastung. Zwischen 2015, als Hunderttausende Flüchtlinge einreisten, und 2017 erlebten die Gerichte eine "massive Überlastung", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter (BDVR), Robert Seegmüller, der "Welt" (Dienstag). "Diese ist einer hohen Dauerbelastung gewichen." Asylverfahren machten aktuell etwa die Hälfte der neuen Vorgänge an den Verwaltungsgerichten aus. In diesem Jahr rechne sein Verband mit rund 76 000 neuen Asylverfahren. Dies seien immer noch etwa doppelt so viele wie vor 2015. Zu diesen Fällen kämen im laufenden Jahr etwa 80 000 neue Verfahren aus anderen Gebieten, sagte Seegmüller.

Der Berg anhängiger Verfahren werde aber langsam abgebaut, räumte Seegmüller ein. Ende des Jahres werden nach seinen Angaben aber voraussichtlich noch 250 000 Verfahren anhängig sein. "Bis wir wieder das Niveau des Jahres 2014 erreicht haben, wird es trotz großer Anstrengungen seitens der Verwaltungsgerichte leider noch dauern."/wpi/DP/men