WIEN (dpa-AFX) - Als Sicherheitsmaßnahme während der Corona-Pandemie

- und auch weil der Kundenverkehr drastisch abgenommen hat - haben

viele Banken in Europa einen Teil ihrer Filialen vorerst zugemacht. Bei der Deutschen Bank ist es fast die Hälfte. Die Mailänder Unicredit im leidgeprüften Italien hat dort nur ein Drittel ihrer Filialen jeden Tag offen. In Österreich wurde der Kassenbetrieb sanfter zurückgefahren.

Dafür hatten Kreditberater und Experten, oft aus dem Homeoffice, in einer Woche so viele Kundenanfragen wie in Normalzeiten sonst in einem Jahr, hieß es am Mittwoch aus einem Institut zur österreichischen Nachrichtenagentur APA.

In der österreichischischen UniCredi-Tochter Bank Austria wurde die physische Beratung von Bankkunden auf Hochfrequenzstandorte und so genannte Flagship Stores konzentriert. In einem Teil der 122 Filialen in Österreich gibt es temporär keinen Schalterbetrieb, bei diesem Teil wurde auf "Selbstbedienungsfilialen" umgestellt: Zur Zeit ist dies an 27 Standorten in Wien der Fall; in Kärnten, dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, und Tirol sind das mit Stand von heute Mittwoch je zwei, in der Steiermark vier. Es wird betont, dass die SB-Foyers überall uneingeschränkt rund um die Uhr offen haben. Stark zugenommen haben bei allen Banken Onlinebanking und Telefonberatung.

In Erste-Bank-Filialen sind Öffnungszeiten reduziert worden. Bei jenen Standorten, die bisher von 9 bis 18 Uhr offen hatten, wurden die Schalterzeiten auf 9 bis 16 Uhr reduziert. Erste und Sparkassen haben (samt den OMV -Bankstellen) 1075 Standorte im Land. Die Erste-Filialen sind alle offen, hieß es heute. 19 Filialen der Sparkassen haben vorübergehend geschlossen: Manche davon in Sperrgebieten temporär ganz, in anderen arbeiten Beschäftigte vor Ort hinter für die Kunden verschlossenen Türen.

Die Volksbanken haben österreichweit zum Großteil jetzt nur vormittags offen, jedenfalls gilt das für den Kassenbetrieb. Beratungen gibt es bei Bedarf auch am Nachmittag. Es gebe kaum ein Bankgeschäft, das so dringend sei, dass man es in dieser Ausnahmesituation in den nächsten Tagen nicht telefonisch erledigen könne, heißt es bei den Volksbanken. Einen Appell richten die Banker an Pensionisten, die oft rund um den Monatsersten in die Filiale kommen, um Bargeld zu beheben: Die vom Coronavirus besonders gefährdeten älteren Personen sollen möglichst nicht in die Banken kommen, die Angestellten würden in der Sondersituation auch eine zu kontrollierende Vollmacht von ausgewiesenen Vertrauenspersonen akzeptieren, verlautete am Mittwoch./rf/bel/rf/bel/APA/men