PRAG (dpa-AFX) - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat der EU im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie schwere Versäumnisse vorgeworfen. "Leider hat die Europäische Union in dieser Sache versagt", sagte der 75-Jährige am Sonntag in einem Live-Interview der Zeitung "Blesk". Er hielt der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor, sich wiederholt gegen Grenzschließungen innerhalb der Gemeinschaft ausgesprochen zu haben, obwohl sie "keine Expertin" sei.

Zeman warnte vor einer größeren "Explosion der Epidemie", wenn die tschechischen Grenzen zum jetzigen Zeitpunkt wieder geöffnet würden. "Das wäre Öl oder Benzin ins Feuer gießen", erklärte der Politiker. Den Bürgern seines Landes dankte er für ihre "Opferbereitschaft und Disziplin". Tschechien hatte Mitte März einen weitgehenden Ein- und Ausreisestopp verhängt, der zuletzt bis zum Ostersonntag verlängert wurde.

Kontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengen-Raum können unter außergewöhnlichen Umständen für bis zu 30 Tage wiedereingeführt und immer wieder um 30 Tage verlängert werden. Wie lange Tschechien die Beschränkungen aufrechterhalten will, ist derzeit unklar./hei/DP/nas