Kreditkartenbesitzer haben meist ein Exemplar von Visa oder MasterCard im Portemonnaie. Die ausgeprägte Reputation ist jedoch nicht nur aus Verbrauchersicht relevant, sondern spielt auch in der Welt der Aktien eine tragende Rolle. Anleger, die in die Kreditkartensparte investieren möchten, müssen sich entsprechend zwischen Visa oder MasterCard entscheiden. Im Zuge der abkühlenden Corona-Pandemie erleben die Kurse der beiden Unternehmen einen Aufschwung, der ein Investment durchaus reizvoll macht.

MasterCard und VISA in der Nahaufnahme

Visa und MasterCard sind Marktführer im Bereich der Kreditkarten. Bildquelle: stevepb / Pixabay


Relevanz der Kreditkarten

Kreditkarten sind im modernen Kapitalismus fest verankert und maßgeblich am alltäglichen Geldtransfer beteiligt. Global und branchenübergreifend wechseln mittels der kleinen Plastikkärtchen gigantische Summen ihre Besitzer. Die Platzhirsche im Kosmos der Kreditkarten sind Visa und MasterCard, die flächendeckend von Finanzinstituten und Geldhäusern offeriert werden.

Das Aufkeimen des Internets hat die Relevanz der Kreditkarten nochmals in neue Dimensionen gehievt. Online-Shopping und digitale Dienstleistungen machen in der heutigen Zeit einen immensen Teil der Umsatzgenerierung aus. Entsprechend hochfrequentiert ist die Nutzung der Kreditkarten im Netz. So wird z.B. in der aufstrebenden Glücksspielindustrie, die ein großes Wachstum in der Onlinesparte verzeichnet, Visa oder MasterCard als mögliche Zahlungsmethode offeriert. Was für sogenannte Kreditkarten Casinos es im Internet konkret gibt, die diese Bezahlungsart zulassen, hat die Webseite onlinecasinosdeutschland.com strukturiert aufgelistet.

Geschäftsmodell im Überblick

Die Machtposition am Aktienmarkt basiert sowohl bei Visa als auch bei MasterCard auf dem gleichen Geschäftsprinzip. Beide Unternehmen bieten Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten für Verbraucher an, mit denen im Online-Handel und in stationären Geschäften bargeldlos bzw. elektronisch bezahlt werden kann. Der gesamte Geldtransfer wird dabei über die interne Infrastruktur abgewickelt, so dass keinerlei Mehrbelastung im Zuge der getätigten Transaktionen für die jeweiligen Händler entsteht. Zusätzlich kommen diese in den Genuss weiterer Services wie Betrugs- und Risikomanagement, Analysetools und Beratungsdienstleistungen.

Sowohl MasterCard als auch Visa verteilen ihre Kreditkarten nicht in Eigenregie an Verbraucher. Viel mehr läuft dieser Prozess über die unterschiedlichen Finanzinstitute wie etwa die eigene Hausbank ab. Sparkasse, Volksbank, Commerzbank und sonstige Geldhäuser offerieren in der Regel ihren Kunden, die ein Girokonto im eigenen Unternehmen führen, eine Kreditkarte. Die Abwicklung der Transkationen bei den Händlern ist ebenfalls ausgelagert und läuft nicht direkt über Visa und Master-Card. Die beiden Unternehmen sind so tief im finanziellen Konstrukt der Welt verwurzelt, dass mittlerweile in mehr als 200 Ländern mit den Kreditkarten bezahlt werden kann. Dieser gigantische globale Impact bildet die Basis für die Präsenz am Aktienmarkt.

Vergleich der Konkurrenten

Gleichwohl Visa und MasterCard als das Nonplusultra im Bereich der Kreditkarten gelten und fast identische Unternehmensstrukturen aufweisen, unterscheiden sie sich in ihrer Größe und Finanzkraft voneinander. So wickelte Visa im Jahr 2018 rund 124 Milliarden Zahlungen über die eigene Plattform ab. Bei MasterCard waren es im Gegenzug knapp 74 Milliarden. Setzt man die Zahlen in Relation, kristallisiert sich ein deutlicher Wettbewerbsvorteil für Visa heraus. Dieser spielgelt sich auch bei den ausgegebenen Karten und dem Zahlungsvolumen wieder. Insgesamt fällt der Umsatz von Visa knapp 38 Prozent höher aus als beim direkten Konkurrenten.

Die Gegebenheiten der unternehmerischen Umsätze zeigen einen interessanten Unterschied auf. MasterCard generiert zwar einen niedrigeren Bruttoumsatz als Mitbewerber Visa, hat jedoch im Bereich der Client Incentives die Nase vorn. Dabei handelt es sich um handelsübliche Belohnungszahlungen an Händler, wenn ein besonders hohes Zahlungsvolumen erreicht wird. Die Client Incentives sollen im Grunde als Motivationsanreiz dienen. Mit dieser Strategie reagiert MasterCard wohl auf den Größenvorteil von Visa.

 

Aktienkurse während Corona

Die Kurse der beiden Kreditkartenunternehmen waren vor der Corona-Krise einer stabilen Entwicklung unterlegen und galten in Anlegerkreisen als sicherer Hafen für geldliche Investitionen. Visa und MasterCard konnten bis zur aufkeimenden Pandemie ein stetiges Wachstum am Aktienmarkt verbuchen. Über zehn Jahre lief die Aktienentwicklung der beiden Unternehmen beinahe im Gleichschritt. Ein Blick auf den Wertverlauf zeigt eine mehr oder weniger parallele Kurve an. Die Marktführer im Segment der Kreditkarten wechselten in aller Regelmäßigkeit die Platzierungen, so dass die Poleposition in bestimmten Zeitintervallen neu besetzt wurde.

Covid-19 hat jedoch auch das börsliche Dasein von Visa und MasterCard arg beeinflusst. Investoren sahen sich im Zuge der immer mehr werdenden Restriktionen gezwungen, ihre finanziellen Mittel aus den Märkten zu ziehen. Unsicherheit und Angst waren der Antrieb für dieses Vorgehen. Unzählige Branchen hatten in der Konsequenz mit starken Schwankungen der jeweiligen Aktienkurse zu kämpfen. Der Sektor der Kreditkarten war ebenfalls von den wirtschaftlichen Folgen betroffen, so dass die Entwicklung an den Börsen einem negativen Trend folgte.

Euphorie am Aktienmarkt

Die Corona-Pandemie ist zwar noch lange nicht überstanden, doch die globale Gemeinschaft löst etappenweise die eingesetzten Restriktionen und Beschränkungen. Auch in Deutschland kehrt in langsamen Schritten das normale Leben zurück. Gleichwohl noch immer strickte Sicherheitsregeln im öffentlichen Leben gelten. Der weltweite Abbau des Shutdowns lässt soziale Interaktionen und das gesellschaftlichen Leben wieder bis zu einem bestimmten Grad zu. Ein Umstand, der dem wirtschaftlichen Konstrukt auf einigen Ebenen wieder Luft zum Atmen einräumt.

An den Börsen und Aktienmarkten kann von vorsichtiger Euphorie gesprochen werden, da die ersten Schritte zurück zur Normalität viele Aktionäre und Investoren optimistisch für den weiteren Verlauf der Konjunktur stimmt. Viele Experten und Fachleute aus der Wirtschaft prophezeien zwar eine ausweglose Rezession, die wirtschaftliche Stabilisierung könne aber mit fortlaufenden Kapitalfluss und Transaktionen relativ zügig wieder erreicht werden.

Aktienkurse schießen in die Höhe

Ein positives Beispiel für die Euphorie an den Aktienmärkten sind die jüngsten Wertentwicklungen von Visa und MasterCard. Im Xetra-Handel verhalfen die Aktionäre den Aktien der beiden Unternehmen zu größeren Wachstumsschüben. Zuletzt legte der Kurs der Visa-Aktie um 0,1 Prozent auf 176,02 Euro zu. Das mag auf den ersten Blick keine beeindruckte Entwicklung aufzeigen, allerdings muss der Verlauf in Relation gesetzt werden. Am 19. Februar stand der Wert noch bei einem 52-Wochen-Hoch von 198,52 Euro, ehe Covid-19 am 23. März ein 52-Wochen-Tief von 124,80 Euro herbeiführte.

Ein ähnliches Muster zeigt auch der Wertverlauf der MasterCard-Aktie. Nach einem Jahreshoch am 19. Februar von 322 Euro fiel das Wertpapier am 23. März auf einen Tiefstkurs im laufenden Fiskaljahr, der einen Einbruch auf 186 Euro bedeutete. In der aktuellen Lage verschieben sich jedoch die Parameter und die Aktie von MasterCard ist auf einem Höhenflug. Zuletzt konnte ein Wachstum von 0,8 Prozent erzielt werden. Derzeit steht der Aktienwert bei 272,15 Euro.