Aufgrund von fehlenden Halbleiter-Elementen ist in der kommenden Woche mit erneuten Engpässen in der Wolfsburger Volkswagen-Zentrale zu rechnen. Die VW-Aktie geht daraufhin am Mittwochmorgen auf Talfahrt. 

Unternehmenskreisen zufolge soll Europas größter Autohersteller nächste Woche, also zwischen dem 21. und dem 25. Juni, eine weitreichende Kurzarbeit geplant haben, so die dpa. Dies treffe insbesondere einige Mitarbeiter, die in der Produktion tätig sind – zum Beispiel in der Montage, im Karosseriebau, in Lackierwerkstätten oder in der Produktion. Aber auch angrenzende Gebiete seien teilweise betroffen. Begründet wird diese Aktion mit den anhaltenden Versorgungsengpässen, welche die Lieferbeziehungen zu von der Pandemie stärker betroffenen Regionen stören. Wegen Corona musste der Konzern bereits mehrmals seinen Produktionsplan abändern. 

Halbleiterkomponenten finden sich in vielen elektronischen Systemen. Die Nachfrage in der Automobilindustrie steigt seit vielen Jahren, ist dann aber während der Covid-19-Krise eingebrochen. Chiphersteller haben in dieser Zeit neue Abnehmer gefunden, etwa Einkäufer aus der IT, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik.

Volkswagen-Aktie auf rotem Terrain

Zu Handelsschluss am Mittwoch in Frankfurt notiert die Volkswagen-Aktie mit einem Minus von 1,22 Prozent bei 222,65 Euro. Damit fand sich das Papier gestern im hinteren Drittel des DAX, genauer auf Platz 29, wieder. Der Schlusskurs am Dienstag lag noch bei 225,40 Euro. Bei Volkswagen setzt sich der Abwärtstrend fort, und es bleibt abzuwarten, ob der Verlust anhält. Das Handelsvolumen am Mittwoch beträgt 969.357,00 VW-Aktien. Der Aktienkurs des Niedersachsen liegt aktuell 13,17 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch bei 251,98 Euro. Das 52-Wochen-Tief beträgt 122,98 Euro. 

Da der Marktwert des Automobilherstellers in Niedersachsen bei 135,02 Milliarden Euro liegt, beträgt das Gewicht des Unternehmens in der DAX-Berechnung 8,61 Prozent. Volkswagen beschäftigt 656.000 Mitarbeiter und belegt den zweiten Platz in Deutschlands wichtigstem Börsenindex. Zum Vergleich: Nur SAP mit einem aktuellen Marktwert von 141,86 Milliarden Euro hat ein höheres Gewicht im DAX.

/sf