Die Volkswagen-Aktie stand nach Veröffentlichung der schwachen Q3-Zahlen in den vergangenen Tagen unter Druck. Am Montagvormittag belastet dann ein negatives Analystenvotum zusätzlich. Indes plant der Volkswagen-Konzern bis 2026 rund 1 Milliarde Euro in Lateinamerika zu investieren. Die VW-Aktie notiert zuletzt in Rot. 

Tesla hoffnungslos überlegen? Analyst senkt Kursziel um 37%

Der Jefferies-Analyst Philippe Houchois schrieb in einer am Montag veröffentlichten Studie, Volkswagen könne mit der rasanten Entwicklung des Elektroautoherstellers Tesla nicht mithalten. Volkswagen sei zu komplex aufgestellt und wäre von Altlasten und staatlicher Einflussnahme belastet. Obwohl Tesla keine existenzielle Bedrohung darstelle, sei das Halten der Volkswagen-Aktie angesichts dieser Tatsache nicht attraktiv. Houchois hat deshalb das Kursziel der Volkswagen-Aktie von 270 Euro auf 170 Euro stark gesenkt.

Volkswagen will 1 Milliarde Euro in Lateinamerika investieren

Der Wolfsburger plant, in den nächsten fünf Jahren rund eine Milliarde Euro in Lateinamerika zu investieren, um seine Wettbewerbsposition in diesem wichtigen Markt weiter zu stärken und die Profitabilität langfristig zu sichern.

Wie der Volkswagen-Konzern mitteilte, verdient neben anderen lokalen Autoprojekten insbesondere die Digitalisierung und Dekarbonisierung Südamerikas mehr Beachtung. Darin eingeschlossen ist unter anderem der Weiterbetrieb eines Forschungszentrums, das Biokraftstoffe als Brückentechnologie für bestimmte Märkte nutzt und als ein Aspekt der weltweiten Elektrifizierungsoffensive von VW angesehen wird. 

Für dieses Jahr rechnet Volkswagen in Lateinamerika erstmals seit der Rezession im Jahr 2013 wieder mit einem positiven Ergebnis. Dazu sollen zum einen Fixkosten-Reduzierungen und zum anderen Kapazitätsanpassungen in den Werken der Region beigetragen haben. Zudem verkündet Volkswagen, ab 2023 eine neue Kompaktwagen-Familie für das Einstiegssegment einzuführen. Das erste Modell ist der Polo Track, der auf der MQB-Plattform basiert und im brasilianischen Taubate produziert werden soll. 

Volkswagen: Das weitere Verfahren im Musterprozess 

Das Oberlandesgericht Braunschweig will nun Hinweise zum weiteren Verfahren des milliardenschweren Musterprozesses bezüglich der Dieselaffäre geben. Aus diesem Grund wurden laut einer Sprecherin die Termine zwischen November und Januar zunächst abgesagt. In der letzten Verhandlung sei diesbezüglich bereits ein Hinweis vom Senat gegeben worden. Wie die Sprecherin mitteilte, nehmen die Richter nun an, dass sich die Verfahrensbeteiligten dazu äußern wollen. Der Senat wolle mithilfe des Beschlusses abwägen, welche weiteren Themen behandelt werden sollten und in welchen Punkten noch Aufklärungsbedarf bestehe.

/sf