Nürnberg (dpa) - Trotz schwächelnder Konjunktur dürfte die Zahl der Jobsucher am deutschen Arbeitsmarkt im Februar leicht gesunken sein.

Im vergangenen Monat seien rund 2,39 Millionen Menschen ohne Job gewesen, schätzten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies wären rund 16.000 weniger als im Januar und etwa 156.000 weniger als im Vorjahresmonat.

«Der Arbeitsmarkt hält sich weiter stabil, die Unternehmen stellen weiter ein», sagte DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Auch wenn die Dynamik spürbar nachlasse. Die deutsche Wirtschaft sei wenig schwungvoll in das neue Jahr gestartet. Das liege vor allem an der Industrie, die an internationalen Unsicherheiten zu leiden habe.

Die größten Stimmungskiller: Die von den USA ausgehenden Handelskonflikte und der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit), so die Volkswirte. Gerade die drohenden US-Zölle auf europäische Autos würden die Stimmung in vielen Unternehmen drücken. Und auch die Nachfrage aus Asien - besonders aus China - habe zuletzt geschwächelt und wenig Anlass zur Euphorie gegeben. Das Klima habe sich deutlich eingetrübt, so die Experten.

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeigten sich die Volkswirte etwas optimistischer. Denn bis dahin sei mindestens ein Unsicherheitsfaktor voraussichtlich vom Tisch: der Brexit. Dann werde sich spätestens zeigen, welche konkreten Auswirkungen er haben werde. Das Umfeld für eine positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sei weiterhin intakt, so Holstein. Die Zinsen seien weiter niedrig, das Verbrauchervertrauen gut und der Arbeitsmarkt stabil.

Und auch die Nachfrage nach Arbeitskräften spreche für eine positive Entwicklung, ergänzte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld. Zuletzt meldete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das vierte Quartal 2018 rund 1,5 Millionen unbesetzte Jobs - ein Rekordhoch. Für die kommenden Monate rechnen die Experten weiter mit Beschäftigungsaufbau und sinkenden Arbeitslosenzahlen - aber in etwas kleineren Schritten als noch 2018, so die Volkswirte.

Nach Einschätzung von BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar schlägt sich das schlechte Klima bei den Unternehmen bereits leicht auf ihre Beschäftigungspläne durch und macht sie zurückhaltender. Für das Jahr rechnet er mit einer Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt, aber das auf hohem Niveau. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen für Februar gibt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Freitag (1. März) bekannt.

Der Arbeitsmarkt im Januar