Wenn ich nach längeren Reisen nach Spanien oder Argentinien, um dort interessante „Weinschmankerl“ aufzuspüren, wieder in heimatlichen Gefilden lande, werde ich manchmal gefragt, ob ich die Zeit „gut genutzt“ hätte. Ich sag dann immer „nein“. Wenn dann mein Gegenüber, ob der unerwarteten Antwort, nachbohrt und mich fragt, was ich denn gemacht hätte, ist meine Antwort meistens „nix“. Wie ein kleines trotziges Kind, das nicht auf eine vernünftige Art und Weise antworten kann.

Das Nutzen-Denken

Mir sträuben sich alle Nackenhaare, wenn sogar die freie Zeit einem gewissen Nutzen-Denken genügen muß, da sie ansonsten wertlos ist. Ich hab mir dann die Frage gestellt, warum mich das eigentlich stört, denn es ist in unserem Sprach-Chargon doch recht üblich und wer „muß das schöne Wetter nicht ausnutzen“, wenn mal die Sonne scheint. Der Ausdruck ist eigentlich am besten, denn es gibt dann sogar die Muß-Pflicht des Ausnutzens; genial.

Bildquellen: argentinienweine.de

Zurück zu meinem Unbehagen; es liegt wohl daran, dass es im Spanischen nur das Wort „usar“ für das „benutzen“ gibt oder wenn mich ein Mensch „ausnutzt“. Aber eben nicht für die schönen Momente im Leben! Sprache ist also verräterisch und wenn sich in einer Sprache kein Wort dafür finden lässt, hängt es natürlich damit zusammen, dass es auch nicht benötigt wird. Also sagen die Spanier gerne, „que disfrutes“; also „genieß es“; und in dieser Welt fühl ich mich geborgen. Das ist Lebensart.

Frühlings-Weine müssen sein

Und damit wären wir wieder beim Genießen angelangt und als Weinliebhaber hätte ich zufälligerweise zwei interessante Frühlings-Weine: Vom dritthöchsten Weingut der Welt (1800 Meter!) aus dem argentinischen Salta den El Porvenir Malbec Rosado, der perfekt zu Fisch und Reisgerichten passt; würziger, intensiver, aber säurearmer Rose. Wunderbar lachsfarben, da die Maische der Malbectrauben mit 15 Tagen sehr kurz war.

Etwas exotisch…

Und wer es lieber etwas exotisch und floral bevorzugt, dem sei der Mania Sauvignon Blanc aus der eher unbekannten, spanischen Weinregion Rueda an´s Herz gelegt; und mit Noten nach Mango, Maracuja und Ananas kann man glatt auf den Obstsalat verzichten;) Und der Schmetterling auf dem Etikett die Vorfreude auf den Frühling und den hoffentlich dann stattfindenden Start der Aussengastronomie im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt!

In diesem Sinne, machen Sie es gut und ich wünsche Ihnen eine gute Zeit!
Ihr Peter Horner


Peter Horner ist seit über 25 Jahren in internationalen Genusswelten ‎zuhause. Zuerst bei einem namhaften Cateringunternehmen als Veranstaltungsmanager tätig, gründet er die Argentinien Import AG, die seit 2003 Topweine aus Argentinien und Spanien importiert. Zu seinen langjährigen Kunden gehören neben der argentinischen Botschaft auch einige Stern-Restaurants und viele tausend WeinliebhaberINNEN. 2019 eröffnete er das „Weinhaus am Esbaum“ in Rosenheim.

Mehr Informationen unter www.argentinienweine.de

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