Nach einer Sommerrallye an den Aktienmärkten halten Anleger Ausschau nach Anzeichen für eine Bodenbildung. Peter Oppenheimer, Chefstratege bei Goldman Sachs glaubt an weitere Schmerzen für die Märkte.

Die genaue Bestimmung des Zeitpunkts, an dem ein Markt von einem Bärenmarkt in einen Bullenmarkt übergeht, könne schwierig sein. Denn Bärenmarktrallyes kämen häufig vor, sagt Peter Oppenheimer, Chefstratege für globale Aktien bei Goldman Sachs und Leiter der Makroforschung in Europa, in der neuesten Podcast-Folge von "Exchanges at Goldman Sachs".

Bärenmarkttiefs hätten gemeinsame Merkmale. Niedrige Bewertungen seien eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für eine Markterholung, so Oppenheimer.

"Wenn sich die Aktienmärkte erholen, während die Wirtschaftslage noch schwach und die Gewinne gedrückt sind, erholen sie sich in der Regel erst dann, wenn sich die Verschlechterung verlangsamt hat", fügt er hinzu. Das Erreichen eines Höchststandes bei der Inflation, den Zinssätzen, der Baisse-Stimmung und der negativen Positionierung sei ebenfalls wichtig, so der Analyst weiter.

Noch seien wir aber nicht so weit. Nicht alle Bedingungen seien erfüllt, was darauf hindeute, dass die Märkte noch eine holprige Fahrt vor sich haben, meint Oppenheimer. "Im Sommer gab es eine Phase des Optimismus, die sich auf den Schwenk der Fed und die Annahme konzentrierte, dass wir kurz vor dem Höhepunkt der Inflation und der Zinssätze stehen", sagt der Goldmann.

Und weiter: "Aber was wir in Jackson Hole und seitdem gelernt haben, ist, dass dies verfrüht war. Die Zentralbanken sind sowohl in den USA als auch in Europa wieder restriktiver geworden. Wir sind also der Meinung, dass es noch ein weiter Weg ist, um höhere Endzinsen einzupreisen."

Die Märkte könnten demnach weiter fallen. Oppenheimer geht davon aus, dass die meisten Aktienmärkte rund 30 Prozent unter ihren Höchstständen liegen werden. "Einige sind bereits nahe dran. In Europa zum Beispiel sind wir davon nicht mehr weit entfernt. Und das gilt auch für einige Schwellenländer. In den USA müssen wir noch weiter gehen, und die USA sind hoch bewertet. Aber natürlich ist die Wahrscheinlichkeit einer sanfteren Landung in der US-Wirtschaft größer als in anderen Märkten."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion

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