Das Start-up Lucid Group (WKN: A3CVXG) möchte den Markt für Luxus-Elektroautos besetzen und erlebte 2021 einen echten Börsenhype. Doch nun steht die Lucid-Aktie zwei Drittel unter ihren Hochs vom November 2021. Was wie eine Turnaround-Chance aussieht, könnte sich als Falle entpuppen.

Das Wachstum lässt zu wünschen übrig

Lucid liefert erst seit dem vierten Quartal 2021 Elektroautos aus. Jetzt muss das Wachstum möglichst steil ausfallen, damit das Unternehmen schnell die tiefroten Zahlen verlässt. Daher schauen viele Investoren der Lucid-Aktie besonders auf die Entwicklung der Auslieferungen und Umsätze. Im laufenden Jahr will das Start-up 12.000 bis 14.000 Autos an Kunden übergeben.

Im ersten Quartal nahmen 360 Kunden ihren Lucid in Empfang, was dem Unternehmen einen Umsatz von 57,7 Mio. US-Dollar bescherte. Analysten der Lucid-Aktie hätten hier gerne etwas mehr gesehen. Manch einer sieht sogar schon das Jahresziel in Gefahr. Denn um in den verbleibenden neun Monaten noch 11.640 Elektroautos auszuliefern und die bereits reduzierte Jahresprognose zu erreichen, muss das Unternehmen rund elfmal schneller arbeiten als bisher.

Allerdings sind gerade am Anfang eines Produktionshochlaufs Schwierigkeiten fest einkalkuliert, der Verlauf der Produktion ist schwer kalkulierbar. In den kommenden Monaten können Investoren der Lucid-Aktie eine exponentielle Entwicklung der Verkäufe erwarten.

Das Wachstumsumfeld für die Lucid-Aktie passt

Die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für die Lucid-Aktie stimmen optimistisch. Mehr als 30.000 Reservierungen stehen in den Büchern des Unternehmens, allein in den letzten gut zwei Monaten kamen 5.000 Bestellungen hinzu. Das Umsatzpotenzial dieser Reservierungen gibt das Start-up mit 2,9 Mrd. US-Dollar an.

In den kommenden Quartalen könnte die Nachfrage die Produktion weiterhin übersteigen. Denn Lucids Elektroautos sammeln immer mehr Preise ein, überzeugen die Kritiker und Kunden und erlangen so eine immer höhere Bekanntheit. Das starke Momentum bei der Nachfrage dürfte auch ein Grund sein, warum sich Lucid zum 1. Juni eine Preiserhöhung erlauben wird.

Auch das Cashpolster von 5,4 Mrd. US-Dollar ist in der aktuellen Zeit viel wert. Dennoch wird 2023 mit ziemlicher Sicherheit eine Kapitalerhöhung stattfinden müssen. Allein im laufenden Jahr will Lucid 2 Mrd. US-Dollar für Fabriken ausgeben.

Was fehlt der Lucid-Aktie zum Erfolg?

Obwohl die Rahmenbedingungen stimmen, steht der Lucid-Aktienkurs bei 18 US-Dollar, nahe seines Allzeittiefs.

Warum steht die Lucid-Aktie so tief? Ein Hauptgrund für den Kursrutscher ist der veränderte Risikoappetit vieler Investoren. Unprofitable Wachstumsaktien sind in Erwartung von schwachem Wirtschaftswachstum, hoher Inflation und steigenden Zinsen nicht mehr in.

Das Elektroauto-Start-up verlor allein im ersten Quartal knapp 600 Mio. US-Dollar im operativen Geschäft. Die Umsätze werden noch deutlich steigen müssen, bevor der Sprung in die schwarzen Zahlen möglich wird.

Gleichzeitig kommt die Lucid-Aktie auch nach ihrem Crash immer noch auf eine Marktkapitalisierung von gut 30 Mrd. US-Dollar. Das ist gar nicht mal so wenig. Auf diesem Niveau könnten weitere Enttäuschungen definitiv zu weiteren Kursverlusten führen.

Der Artikel Vorsicht! Diese Elektroauto-Aktie ist dabei, ihre Investoren zu enttäuschen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (TMFchrisgsl)


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