SALZGITTER (dpa-AFX) - Der schwierige Umbau der deutschen Autoindustrie vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb lässt sich nach Auffassung der VW -Betriebsratsspitze ohne größere Jobverluste stemmen. "Dieser tiefgreifende Wandel unserer Branche muss eben nicht in dramatischen Brüchen enden", sagte die Chefin der Belegschaftsvertretung, Daniela Cavallo, am Donnerstag in Salzgitter. Dort startete der Konzern den Bau seiner ersten eigenen Batteriezellfabrik in Deutschland, die neben dem bestehenden Motorenwerk entsteht. Während die Arbeitsplätze in klassischen Bereichen mittelfristig immer mehr abnehmen dürften, sollen an dem Standort 5000 Stellen in der Zellfertigung hinzukommen. Weltweit werden es laut Planungen von VW bis zu 20 000 sein.

"Die Transformation zur E-Mobilität kann eben sehr wohl gute Perspektiven bringen, gute Arbeit und sichere Beschäftigung", sagte Cavallo vor den Beschäftigten. Das Management habe inzwischen umgedacht, nachdem der Betriebsrat schon vor über zehn Jahren den Bau einer Batteriefabrik gefordert habe. Damals habe es aus der Führung noch geheißen, ein solcher Schritt wäre "Blödsinn": "Wäre es damals nach dem Vorstand gegangen, hätte die Elektromobilität ihren Start nicht hierzulande gehabt. Sondern weiter weg, nämlich in Osteuropa."

Zurzeit arbeiten in Salzgitter noch knapp 7000 Menschen bei VW. Vorerst dürfte die Zahl in den kommenden Jahren sinken - dabei sollen Altersteilzeitmodelle und Weiterqualifikation genutzt werden.

Das ursprüngliche Werk wurde in den 1970er Jahren auf Motorproduktion umgestellt, ab 2019 kamen erste Pilot- und Entwicklungslinien für Akkuzellen in E-Autos dazu. Außerdem werden schon Teile für E-Motoren

- Rotoren und Statoren - in Südostniedersachsen hergestellt. Beginn

der Zellfertigung soll 2025 sein. Auch Speichersysteme für die Energienetze sollen später einmal in Salzgitter gebaut werden./jap/DP/jha