ZÜRICH (dpa-AFX) - Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat erneut vor einer SPD-geführten Regierung nach der Bundestagswahl gewarnt. "Eine SPD-Regierung mit Frau Esken und Kevin Kühnert wäre ein Angriff auf Deutschlands Wohlstand", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) mit Blick auf die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken und Kühnert als prominenten Vertreter des linken Flügels der Sozialdemokraten. Kühnert kandidiert für den Bundestag, hat aber ausgeschlossen, im Falle eines Wahlsiegs ein Ministeramt zu übernehmen.

"Wir wollen die Defizite beheben, die uns die Pandemie vor Augen geführt hat - aber nicht mit Gängelung, Steuererhöhungen und Verboten, wie Rot-Rot-Grün", sagte Laschet den Zeitungen der Verlagsgruppe Hof, Coburg, Suhl, Bayreuth. Stattdessen solle man "die Wirtschaft machen lassen" und ihr Freiräume für Innovationen geben, betonte er in der NZZ.

Mit Blick auf die Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Laschet der "NZZ": "Unser Land ist besser geworden. Es kann, nein, es muss aber noch zulegen, um international mithalten zu können." Die nächste Koalition müsse sich "all das vornehmen, was nicht erledigt wurde". In Umfragen vor der Wahl am 26. September liegt die CDU derzeit hinter der SPD zurück. Laschet betonte dennoch: "Ich setze mit allem, was ich habe, auf Platz eins."

Laschet zeigte sich optimistisch, dass die derzeitige US-Regierung wieder stärker mit ihren bisherigen Partnern in Europa zusammenarbeiten wolle. "Das sollten wir nutzen und beispielsweise wieder zu einer transatlantischen Freihandelszone kommen." Zum Konflikt zwischen den USA und China um die Vorrangstellung als Supermacht sagte der Kanzlerkandidat dem Zürcher Blatt: "Europa steht klar an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber wir müssen alles tun, um einen neuen kalten Krieg zu verhindern."/mi/DP/nas