Nach Ansicht von JPMorgan Analyst Marko Kolanovic ist es unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession rutscht. Anleger sollten daher weiter Aktien kaufen. Wo JPMorgan jetzt bullisch ist!

Der S&P 500 ist in diesem Jahr bereits über zehn Prozent gefallen. An den Börsen sei demnach bereits viel Negativität eingepreist: "Dieser Rückgang kommt einer Rezessionswahrscheinlichkeit gleich, die unserer Meinung nach angesichts der verbesserten Arbeitsmarktdaten und gesunder Verbraucherstimmung übertrieben ist", so JPMorgan Analyst Marko Kolanovic in einer Mitteilung an Kunden.

Für den Marktstrategen gibt es eine Reihe von Gründen, warum Anleger die Schwäche der Märkte als gute Kaufgelegenheit nutzen sollten, selbst wenn sie mit nennenswerten Risiken konfrontiert sind. Darunter fällt nach wie vor die Anhebung der Zinssätze durch die Fed zur Bekämpfung der Inflation und der anhaltende Krieg in der Ukraine.

"Trotz der derzeitigen turbulenten Bedingungen glauben wir, dass viele Risiken bereits eingepreist sind. Die Stimmung ist gedrückt, die Anlegerpositionierung gering. Wir würden davon abraten, Positionen wahllos zu veräußern und empfehlen vielmehr, Sektoren zu finden, die als Absicherung für die aktuelle Situation dienen könnten", so Marko Kolanovic.

Der Chefstratege empfiehlt den Anlegern Rohstoff- und Energietitel und überraschenderweise auch China-Aktien: "Wir bleiben bei einer risikofreudigen Haltung, da wir nicht glauben, dass wir eine Rezession erleben werden oder dass wir in einen anhaltenden Bärenmarkt eingetreten sind", fügt er hinzu.

Zusätzlich zu den übergewichteten Positionen in Rohstoff- und Energietiteln empfiehlt die Bank eine Übergewichtung der Schwellenländer gegenüber den Entwicklungsländern. Europa sollte gegenüber Großbritannien untergewichtet werden, aufgrund der Gefahr potenzieller Kriegsfolgen.

"Wenn man jetzt aufgrund der jüngsten geopolitischen Entwicklungen verkauft, besteht die Gefahr, dass man unter die Räder gerät. Historisch gesehen haben die meisten militärischen Konflikte, insbesondere wenn sie lokal begrenzt waren, das Vertrauen der Anleger nicht lange beeinträchtigt", fasst Kolanovic zusammen.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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