Jeder Aktienanleger wird mir wohl recht geben, wenn ich behaupte, dass es nichts Schöneres gibt als steigende Börsenkurse. Denn genau darum geht es ja schließlich. Nämlich, dass sich die Aktien im Depot so wie gewünscht im Kurs immer schön nach oben bewegen. Doch alle, die schon länger an der Börse aktiv sind, wissen, dass leider nicht immer nur eitel Sonnenschein an den Märkten vorherrscht.

Es gibt immer wieder kurze oder längere Phasen, in denen die internationalen Börsen so richtig durchgeschüttelt werden. Und gerade wenn man erst am Beginn seiner Investorenkarriere steht, können diese Korrekturen mitunter sehr schmerzliche Auswirkungen haben. Denn in der Regel bedeuten sie ja, dass sich der Wert der im Depot enthaltenen Aktien oftmals drastisch reduziert.

Aber so unglaublich es klingen mag, ich denke, dass solche Crash-Phasen nicht nur zur Börsenentwicklung dazugehören, sondern sogar auch positive Aspekte mit sich bringen können. Wie dies gemeint ist, möchte ich im heutigen Artikel einmal kurz an zwei Beispielen aufzeigen.

Der Markt wird bereinigt

Es ist bestimmt so, dass es nicht wenige Investoren wahrscheinlich begrüßen würden, wenn die Kurse unermüdlich von einem Hoch zum nächsten ziehen. Doch wenn wir hier einmal ehrlich sind, würde dies ja bedeuten, dass die Börse eine wahre Gelddruckmaschine ohne jegliches Risiko wäre. Aber es würde auch schwerlich funktionieren. Denn wenn alle zu 100 % investiert wären, könnte es durch einen Mangel an neuen Käufern ja so gut wie keine Kursanstiege mehr geben.

Und dies ist ja auch ein wenig das Problem, wenn die Märkte so wie jetzt immer neue Höchststände erreichen. Irgendwann sind einfach zu wenige Akteure auf der Käuferseite. Alleine schon deshalb könnte also eine heftige Kurskorrektur dafür sorgen, dass hier wieder ein gewisses Gleichgewicht hergestellt werden kann. Denn viele ängstliche Anleger verkaufen in einem Börsencrash aus Angst eine Menge ihrer Aktien. Und so findet eine gewisse Umverteilung statt, die dann wieder einen neuen Börsenzyklus einleiten kann.

An jeder Ecke Kaufkurse

Dies ist ein weiterer Vorteil, den ein handfester Börsencrash mir als Investor bieten kann. Denn wie eben schon erwähnt, werfen viel verängstigte Akteure ihre Aktien massenweise zu Schleuderpreisen auf den Markt. Das hat meistens zur Folge, dass sich die Kurse eine Zeit lang immer noch weiter verbilligen. Und hier bieten sich dann unter Umständen hervorragende Möglichkeiten.

In einem größeren Börsencrash kommen nämlich häufig die Aktien von fast allen Unternehmen unter die Räder. Und natürlich auch von Firmen, die eigentlich wirtschaftlich sehr gut aufgestellt sind. Hier kann man dann vielfach zu sehr günstigen Preisen die Aktien von äußerst attraktiven Konzernen einsammeln. Nicht umsonst heißt es ja auch, dass gerade im Einkauf der Gewinn liegt.

Dies waren jetzt nur einmal zwei Beispiele, die aufzeigen sollten, dass ein schneller und kräftiger Abschwung an den Börsen nicht zwangsläufig immer nur negative Aspekte mit sich bringt. Ganz im Gegenteil, mit der richtigen Einstellung kann man dem Ganzen dann eventuell sogar etwas Positives abgewinnen.

Der Artikel Wann ist es endlich so weit? Zwei Gründe, warum ich auf den nächsten Börsencrash warte! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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