HAMBURG (dpa-AFX) - Die riesigen Abschreibungen in der Kreditwirtschaft auf Schiffsfinanzierungen sind aus Sicht der Hamburger Warburg-Bank möglicherweise übereilt gewesen. "Für die Schiffsmärkte ist nach den Krisenjahren eine anhaltende Erholung zu verzeichnen", berichtete das Geldhaus am Montag in Hamburg. "Angesichts der aktuell starken Entwicklung sowie der erheblichen Wertkorrekturen, die gerade bei Landesbanken auch den Steuerzahler Milliarden gekostet haben, stellt sich die Frage, ob es richtig war, die Korrekturen unter hohem zeitlichem Druck vorzunehmen."

Landesbanken wie die NordLB in Hannover und die inzwischen nicht mehr in ihrer damaligen Form existente HSH Nordbank hatten Schiffskredite im großen Stil vergeben. Als mit der globalen Finanzkrise der Welthandel einbrach, kam es in der Schifffahrt zu großen Überkapazitäten. In der Folge mussten die Banken in ihren Bilanzen faule Schiffsfinanzierungen in Milliardenhöhe abschreiben. "Nicht zuletzt hat infolge der Restrukturierungen die maritime Wirtschaft Deutschlands großen Schaden genommen und im internationalen Wettbewerb erheblich an Bedeutung verloren", so die Warburg-Bank. Auch der Branchenverband VSM wies unlängst darauf hin, dass der faktische Zusammenbruch des Marktes für Schiffsfinanzierungen für Werften den Zugang zu finanziellen Mitteln erheblich erschwert habe./kf/DP/fba