Warren Buffett hat für gewöhnlich eine sehr klare Einstellung zu Korrekturen und Crashs. Das Orakel von Omaha sieht in der Regel den Vorteil. Nicht umsonst hat sich der Starinvestor bereits des Öfteren dahin gehend geäußert, dass man in solchen Zeiten metaphorisch gesehen den Dollar für 50 Cent kaufen kann.

Hat Warren Buffett deshalb keine Angst vor dem nächsten Crash? Die Frage ist möglicherweise schon generell falsch, das Orakel von Omaha betrachtet Volatilität nämlich in erster Linie als etwas, das zur Marktnormalität gehört. Sowie eben auch als günstige Gelegenheit, in der es kurzzeitig dunkle Wolken gibt, die Gold regnen.

Glücklicherweise gibt es jedoch auch ein anderes Zitat, das zeigt: Das Timing des nächsten Börsencrashs ist alles andere als wichtig. Allerdings: Es gibt trotzdem etwas, das du zur Vorbereitung tun kannst und vielleicht auch solltest. Das wollen wir uns im Folgenden mal etwas näher ansehen.

Warren Buffett: Regen vorhersehen oder Arche bauen?

Wie schon so oft ist es auch dieses Mal ein Zitat von Warren Buffett. Wobei der Fundus an relevanten Zitaten immer mehr wie eine nie versiegende Quelle der Inspiration aussieht. Aber blicken wir lieber direkt auf das Relevante: Nämlich auf ein Zitat, das das Orakel von Omaha im Hinblick auf die Vorbereitung auf einen Börsencrash geäußert hat:

Regen vorherzusagen ist nicht wichtig, die Arche zu bauen schon.

Der Starinvestor hat hier sogar ein quasi biblisches Zitat gewählt, das jede Menge Wahrheit besitzt. Viele Investoren fragen sich nämlich konsequent: Wann kommt der nächste Börsencrash? Für Warren Buffett ist das, wie gesagt, kein erstrebenswerter Fokus. Nicht einmal ein wichtiger. Das Orakel weiß schließlich, dass es früher oder später sowieso einen geben wird. Sowie, dass man sich zu jeder Zeit mit der Möglichkeit einer Korrektur oder eines Crashs auseinandersetzen muss.

Das führt zu einer veränderten Sichtweise. Nämlich zu der, dass man immer vorbereitet sein sollte. Wer hingegen Zeit verschwendet, um den Regen oder auch den Börsencrash vorherzusagen, der vergeudet die eigenen Ressourcen, die man sinnvoller investieren könnte. Beispielsweise in den unternehmensorientierten Ausbau des eigenen Portfolios. Oder auch in das Überprüfen der eigenen Beteiligungen und der Möglichkeit, sich von Aktien zu trennen, die im Regen vielleicht nicht schwimmen können. Oder besser keinen Platz auf deiner Portfolio-Arche verdient haben.

Warren Buffett kann mit diesem Zitat daher einigen Investoren erneut den Kopf zurechtrücken. Wie gesagt: Es ist nicht wichtig, wann ein Börsencrash passiert. Es ist bloß wichtig, dass man als Investor weiß, dass er passiert. Und dass man sich auf eine solche volatile Phase eher zu früh als zu spät vorbereitet. Oder entsprechend immer vorbereitet ist.

Welchen Fokus wählst du?

Die zum Schluss spannende Frage ist daher: Welchen Fokus wählst du nach Warren Buffett? Versuchst du, den Regen vorherzusagen oder dein Portfolio wie eine Arche zu bauen? Ich jedenfalls kenne die Antwort für mich: Die Arche erscheint mir erstrebenswerter als der Frage nachzugehen, ob möglicherweise bald eine volatile Phase beginnt.

Der Artikel Warren Buffett: Über das „Timing“ des nächsten Börsencrashs ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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