Warren Buffetts bisherige Handlungen in Zeiten des Corona-Crash beschäftigen noch immer die Märkte. Da sich die Börsen zuletzt bedeutend erholt haben, sprachen viele Kritiker von verpassten Chancen. Eine Kritik, die zuletzt immer lauter geworden ist.

Jetzt könnte womöglich eine zweite Phase der Volatilität bevorstehen, denn die Börsen haben zeitweise damit begonnen, wieder deutlicher zu korrigieren. Wird Warren Buffett bei Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) mit seiner skeptischen Einschätzung recht behalten? Wir werden es sehen.

Es könnte allerdings auch eine weitere relevante Frage auftauchen: Wird das Orakel von Omaha womöglich auch in einer zweiten Crash-Phase nicht investieren? Eine interessante Fragestellung, die vermutlich von einigen Faktoren abhängig sein wird.

Eine Frage der Chancen …?

Ein erstes Problem, das Buffetts rechte Hand Charlie Munger innerhalb der letzten Monate im Rahmen eines Interviews skizziert hat, sind mangelnde Chancen gewesen. Buffett und Berkshire Hathaway seien innerhalb dieser Wirtschaftskrise nicht der erste Ansprechpartner für viele Konzerne gewesen. Es schien, als rechneten viele Unternehmen und Konzerne mit Staatshilfen und suchten hier die Nähe.

Gründe, weshalb das Orakel von Omaha anscheinend keine legendären Beteiligungen oder Liquiditätshilfen gegen Beteiligungen eingehen konnte, so wie beispielsweise noch in der letzten Finanzkrise. Allerdings ist Buffett nicht bloß für sein Gespür solcher Deals bekannt. Nein, auch am Aktienmarkt hätten er und Berkshire Hathaway zuschlagen können.

Doch auch hier, so schien es, gefällt dem Orakel von Omaha und seiner rechten Hand in letzter Zeit vergleichsweise wenig. Mangelnde Chancen und nicht zu günstige Bewertungen könnten daher ein Leitmotiv sein, weshalb das Investorenteam vielleicht ein weiteres Mal nicht investiert. Und das trotz bedeutend mehr als 100 Mrd. US-Dollar in Cash.

Sicherheit dürfte weiterhin Priorität haben

Ein zweiter Grund, der außerdem gegen Investitionen sprechen könnte, ist zudem die angestrebte Sicherheit. Auf der diesjährigen Hauptversammlung hat Warren Buffett sehr ausführlich dargelegt, dass Sicherheit große Priorität für ihn und Berkshire Hathaway besitze. Auch deshalb hat das Orakel von Omaha bislang anscheinend nicht investiert.

Mit bis zu 137 Mrd. US-Dollar in Cash, so letzte Wasserstandsmeldungen, scheint ein Sicherheitsbedürfnis jedoch befriedigt zu sein. Investitionen dürften jedoch auch davon abhängen, wie Buffett die Märkte und das weitere Risiko bewertet.

Zuletzt hat das Investmentteam von Berkshire Hathaway schließlich ebenfalls verlauten lassen, dass man selbst größere Übernahmen bei attraktiven Konditionen grundsätzlich stemmen könnte. Sicherheit und sich auftuende Chancen werden jedoch wichtige Aspekte sein, die darüber entscheiden, ob es solche Zukäufe oder Beteiligungen wirklich geben wird.

Nicht vergessen: Aktienrückkäufe hat es gegeben!

Nicht vergessen sollten wir als Investoren von Berkshire Hathaway außerdem, dass Buffett und Munger nicht gänzlich untätig gewesen sind. Neben einer ganzen Reihe von Verkäufen stand jedoch vornehmlich die eigene Aktie auf der Kaufliste: Nämlich Berkshire Hathaway.

Alleine im ersten Quartal hat Buffett so beispielsweise für 1,6 Mrd. US-Dollar Aktien von Berkshire Hathaway gekauft und eingezogen. Das könnte wiederum der Beginn von etwas Größerem sein: Wie Buffett nämlich vor ca. einem Jahr erklärt habe, könne er sich vorstellen, für bis zu 100 Mrd. US-Dollar eigene Aktien zu kaufen und einzuziehen. Wobei das Zeitfenster einer solchen Kapitalrückführungsmaßnahme explizit offen bleibt.

Berkshire Hathaway könnte jedoch in den Zeiten des Coronavirus eine interessante Wahl sein: Buffett könnte seinen großen Berg liquider Mittel verwenden, um den Anteil jeder Aktie am bestehenden Portfolio bedeutend zu erweitern. Das ist wiederum eine diversifizierte Investition, von der Bestandsaktionäre womöglich viel hätten. Es bleibt daher abzuwarten, ob nicht im Endeffekt die eigene Aktie weiterhin auf der Kaufliste stehen wird.

Spannend, was passiert, wenn die Volatilität einsetzt!

Im Endeffekt dürfte es daher spannend werden, welche Schritte Warren Buffett geht, wenn es zu weiterer Volatilität kommt. Fest steht jedenfalls: Chancen und Sicherheit werden weiterhin eine große Rolle spielen. Ob die eigene Aktie vermehrt auf der Kaufliste steht, bleibt ein großes Rätsel. Wobei das Update zum zweiten Quartal generell wertvolle Antworten liefern wird.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short June 2020 $205 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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