Die Alibaba-Aktie (WKN: A117ME) korrigierte zum Wochenbeginn mächtig. In der Spitze und im eher frühen DACH-Handel korrigierten die Anteilsscheine in der Spitze des Montags um ca. 16 %. Absolut ist das Minus natürlich noch höher gewesen.

Foolishe Investoren wissen natürlich, dass die aktuellen Verfahren gegen Alibaba der Grund hierfür sind. Aber was genau müssen wir eigentlich berücksichtigen? Bündeln wir die Informationen zwischen den Feiertagen einmal und schauen, was wir von der aktuellen Ausgangslage mitnehmen sollten.

Alibaba-Aktie: Nicht nur der abgesagte IPO!

Mit Blick auf die Alibaba-Aktie können wir inzwischen sagen: Es wäre fast schon himmlisch, wenn es beim abgesagten Börsengang von Ant Financial geblieben wäre. Das ist im Endeffekt bloß eine kleine Spitze dieses Eisbergs. Die Auswirkungen sind womöglich folgenschwerer.

Zuletzt ist beispielsweise bekannt geworden, dass die chinesischen Aufsichtsbehörden ein kartellrechtliches Verfahren gegen Alibaba eingeleitet haben. Vordergründig geht es um das Ausnutzen der Marktmacht und im Ergebnis könnte es entweder zu staatlicher Einflussnahme kommen oder aber zu einer Zerschlagung. Beides wären Szenarien, die für den chinesischen Internet- und Techkonzern alles andere als optimal wären.

Damit nicht genug: Ant Financial kriegt augenscheinlich auch noch einen drüber. Die chinesischen Aufsichtsbehörden haben die Offiziellen des Fintechs vorgeladen und mit Nachdruck darum gebeten, einen Plan vorzulegen, inwieweit und in welchem Umfang sich das Unternehmen an die Regularien halten werde. Mit Verlaub: Aber das hat definitiv etwas von einer Machtdemonstration.

Das zeigt, dass die Alibaba-Aktie komplett ins Visier der Behörden und der Politik geraten ist. Möglicherweise werden weitere Schritte folgen, die es dem chinesischen Internet- und Tech-Konzern erschweren, seine Wachstumsgeschichte auszureizen.

Wenn aus Theorie Praxis wird

Es bleibt daher dabei: Bei der Alibaba-Aktie gab es ein gigantisches Problem, nämlich das der Politik und der Behörden. In der Theorie hat das zunächst alles andere als schlimm geklungen, zumal der Wachstumspfad einfach so vielversprechend und trendstark erschien. Eigentlich hat keiner so recht geglaubt, dass sich die Behörden an die Alibaba-Aktie ranwagen.

Mit der Kritik von Jack Ma ist die Büchse der Pandora allerdings geöffnet worden. Der Alibaba-Konzern könnte ein Exempel werden, eine Machtdemonstration dafür, was passiert, wenn man nicht linientreu agiert. Wobei sich das Management inzwischen offensichtlich demütig gibt. Möglicherweise wird das noch ein kleines bisschen helfen.

Allerdings sollten Foolishe Investoren diese veränderte Ausgangslage nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine mögliche Zerschlagung oder aber staatliche Einflussnahme könnte die Wachstumsgeschichte ausbremsen. Das Risiko ist Realität geworden.

Alibaba-Aktie: Kein klarer, kaufenswerter Dip

Für mich führt das wiederum dazu, dass der aktuelle Dip kein klarer Kauf sein muss. Möglicherweise stehen wir vor einem veränderten Markt beziehungsweise einem anderen Umfeld für den chinesischen Konzern. Ich werde definitiv noch keine Alibaba-Aktien verkaufen, allerdings die Ausgangslage sehr, sehr eng verfolgen, um zu schauen, was das Ergebnis sein wird.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alibaba Group Holding Ltd.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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