Die Aktie von AT&T (WKN: A0HL9Z) veranschaulicht auf eindrucksvolle Weise, dass man Unternehmensbeteiligungen niemals wegen einer hohen Dividendenrendite erwerben sollte. Wenngleich dich jährliche Ausschüttungen von 7 % p. a. dem Ziel eines passiven Einkommens näher bringen können, sind die Risiken beträchtlich.

Denn sollte das entsprechende Unternehmen seine Dividende kürzen, hast du nichts anderes als eine lahme Ente im Depot, die zudem vor einer ungewissen Zukunft steht. Doch die bevorstehende Dividendenkürzung ist nicht der einzige Grund, weshalb ich mich von meiner verlusthaltigen AT&T-Position getrennt habe.

Massive Verschuldung

Viel entscheidender ist für mich zum Beispiel das Risiko angesichts der hohen Verschuldung. Diese entstand durch äußerst offensive Unternehmenszukäufe, die zum Großteil fremdfinanziert wurden. Beispiele hierfür ist die Akquisition von DirecTV im Jahr 2015 für 49 Mrd. US-Dollar und Time Warner 2018 für 85 Mrd. US-Dollar.

Zunächst kein Beinbruch. Denn damit hat man sich im besten Fall auch zukünftige Einnahmequellen gesichert. Doch anstatt liquide Mittel für Kredittilgungen zu verwenden, wurden in den letzten Jahren weiterhin Rekordsummen an die Aktionäre ausgeschüttet. So wie es bei einem Dividendenaristokraten wie AT&T zu erwarten wäre.

In der Retrospektive betrachtet, war dies wohl eine klare Fehlentscheidung. Denn der große Erfolg der zugekauften Unternehmen blieb aus. Vor allem für DirecTV. So wurde jüngst ein Anteil von 30 % an Privatinvestoren für 1,8 Mrd. US-Dollar verkauft. Ein massiver Verlust.

Wer gewinnt den Streaming-Krieg?

Zumindest setzen AT&T sowie Discovery mit dem neu entstehenden Unternehmen auf einen Wachstumsmarkt. Denn man braucht kein Hellseher zu sein, um erkennen zu können, dass im Streaming die Zukunft der TV-Unterhaltung liegt. Keine Frage, AT&T hat mit dem hauseigenen Streamingdienst HBO Max auch bereits einen Kapazunder am Markt, der über 44,2 Mio. US-Abonnenten verfügt.

Somit muss man sich vor Netflix und Walt Disney auf keinen Fall verstecken. Dennoch gehe ich davon aus, dass auch das Streaming-Geschäft die Aussichten von AT&T nicht nachhaltig verbessern wird. Denn es gibt bereits zu viele Streamingdienste, die in den nächsten Jahren um Abonnenten kämpfen werden. Zum einen mit qualitativ hochwertigen Inhalten und zum anderen mit günstigeren Preisen. Beides kann sich AT&T aus meiner Sicht nicht leisten. Somit gehe ich derzeit davon aus, dass hier Walt Disney und Netflix langfristig am längeren Hebel sitzen.

Investition in 5G-Netz wird teuer

Wie zuvor erwähnt, erachte ich den Vorstoß in das Mediengeschäft durch Milliardenübernahmen als gescheitert. Doch als wäre dies nicht genug, hat man dadurch den Fokus auf die eigenen Kernkompetenzen verloren. So hinkt man nun der Konkurrenz auch im Bereich der Telekommunikation hinterher.

So werden in den nächsten Jahren voraussichtlich massive Investitionen für den Ausbau des 5G-Netzes notwendig. Doch woher soll das Kapital kommen? Neues Fremdkapital aufzunehmen wäre angesichts steigender Zinsen wohl unternehmensbedrohlich.

Somit bleiben wohl nur zwei Wege. Entweder man verzichtet in den nächsten Jahren vollständig auf die Ausschüttung einer Dividende oder führt eine Kapitalerhöhung durch. Beide Wege wären wohl eine Belastung für den angeschlagenen Aktienkurs. Somit habe ich mich entschieden, meine Aktien von AT&T zu verkaufen und den Buchverlust zu realisieren. Denn als Anleger sollte man stets die Verlierer aus dem Depot werfen und Gewinne weiterlaufen lassen.

Der Artikel Warum ich meine AT&T-Aktien mit Verlust verkauft habe! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Michael besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und Walt Disney und empfiehlt Discovery (C-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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