Direktbanken und Online-Broker gibt es schon seit Jahrzehnten. In den letzten Jahren haben jedoch eher Challenger Banken und Neobroker auf sich aufmerksam gemacht. Sie sind dabei, die Finanzwelt zu revolutionieren. Aber was ist eigentlich das Besondere daran und was genau wird hier revolutioniert? Hier ist alles, was man zu Digitalbanken usw. wissen muss.

So lassen sich Digitalbanken einordnen

Zur Erledigung unserer Finanzangelegenheiten benötigen wir ein Gehaltskonto sowie möglicherweise Kreditgeber, Broker, Anlageberater, Versicherungen und Zahlungsdienstleister. Es ist möglich, mit einem Partner auszukommen. Zum Beispiel ist beim Online-Banking der ING (WKN: A2ANV3) alles Wesentliche integriert.

Für viele dürfte dies jedoch nicht die optimale Lösung sein. Sie suchen sich für jeden Bereich das Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und stoßen dabei immer häufiger auf neue Spieler, die besonders modern auftreten oder spannende Fintech-Lösungen bieten.

ING mag in Deutschland eine Direktbank sein und man kann sie auch als Digitalbank bezeichnen. Aber eine Neobank oder Challenger Bank ist sie sicher nicht. Schließlich ist ING ein etablierter Bankkonzern. Neobanken und Challenger Banken sind hingegen die jungen Herausforderer, die sich primär als softwaregetriebene Fintech-Unternehmen verstehen und mit einer frischen Herangehensweise das Thema Finanzdienstleistungen anpacken.

Wie die Direktbank-Ableger der Etablierten verzichten auch sie auf ein Filialnetz. Zudem setzen sie auf „mobile-first“. Die Nutzung am Computer tritt gegenüber der Smartphone-App in den Hintergrund, soweit sie überhaupt noch angeboten wird. Hierfür werden die Begriffe Neobank und Challenger Bank oft synonym benutzt. Dennoch kann man einige Unterschiede identifizieren.

So wenden sich Neobanken zum Teil eher an ausgewählte Zielgruppen, um diese maßgeschneidert zu bedienen, tendenziell in komplementärer Weise zu bestehenden Angeboten. Challenger Banken wie N26 zeichnen sich demgegenüber dadurch aus, dass sie einen breiten Markt adressieren und die Ambition haben, große Marktanteile von etablierten Anbietern zu erobern.

Es wird noch komplizierter

Die Grenzen verwischen, weil Etablierte mit neuen Angeboten dagegenhalten, die das attraktive Look & Feel von Neobanken emulieren. Aktuellere Beispiele sind die „mobile-first“ Banken CSX von Credit Suisse (WKN: 876800) und Fyrst von der Deutschen Bank (WKN: 514000), wobei letztere sich speziell an Entrepreneure richtet.

Und dann gibt es auch noch Neobroker wie Robinhood und Trade Republic, die den Handel mit Wertpapieren und Kryptowährungen neu gestalten. Sie greifen klassische Online-Broker auf ähnliche Weise an, wie die Neobanken die klassischen Direktbanken. Auch die Verteidigungsstrategien sind ähnlich: FlatexDegiro (WKN: FTG111) startete kürzlich seine neue App „flatex-next“, um unerfahrenen Anlegern einen besonders einfachen Zugang zur Investmentwelt zu bieten.

Ein Vorteil der Challenger Banken

Zu den Merkmalen vieler Neo-Angebote gehören neben „mobile-first“ und neuartigen Preismodellen auch das Ausschöpfen der Möglichkeiten von Open-Banking. Damit wird es möglich, über offene Schnittstellen die Angebote von Drittanbietern in die App hineinzuziehen. Unter einer Oberfläche lässt sich so wie auf einem Marktplatz eine große Vielfalt an Fintech-Lösungen zugänglich machen.

Ein Erfolgsfaktor wird daher darin bestehen, den Nutzern möglichst relevante Angebote aus dem gesamten Fintech-Universum innerhalb einer „Super-App“ zu machen. Je besser das gelingt, desto weniger muss man zwischen verschiedenen Apps hin- und herwechseln. Und an dieser Stelle dürften Challenger Banken im Vorteil sein, weil sie keinerlei Berührungsängste haben, wenn es darum geht, Mitbewerber auf ihre Plattform zu ziehen. Hauptsache, der Zugang erfolgt über ihre App. Die App, die ihre Kunden auf Schritt und Tritt begleitet.

Der Artikel Was das Besondere an Neobrokern und Challenger Banken ist ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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