Palladium mit Aufhol-Rallye

Nachdem Palladium an den Rohstoffbörsen monatelang nur seitwärts lief, startete im März dieses Jahres eine neue Aufhol-Rallye. Seit dem Zwischentief vom 9. März bei 2.277 US-Dollar je Feinunze legten die Notierungen bis Mitte April um zeitweise 23 Prozent auf rund 2.800 US-Dollar zu und notierten damit so hoch wie zuletzt im Februar 2020.

Die wieder kräftig gestiegenen Kurse dürften darauf zurückzuführen sein, dass die Anleger wieder optimistischer werden, was die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur und insbesondere der Automobilindustrie anbelangt. Hier kommt das Edelmetall bei der Herstellung von Katalysatoren für Benziner-Fahrzeuge zum Einsatz, welche die schädlichsten Schadstoffe in Autoabgasen in umweltfreundliche Verbindungen wie Kohlendioxid und Wasser umwandeln.

Bild: shutterstock.com / corlaffra

Gerade die starke Entwicklung des chinesischen Automarktes dürfte die Nachfrage nach Palladium weiter antreiben, wozu hier auch die strengeren Emissionsstandards mitbeitragen sollten. So hat die Volksrepublik 2019 neue Fahrzeug-Emissionsstandards („China VI“) eingeführt, die zu den strengsten der Welt zählen.

Um diese zu erfüllen, müssen alle in China verkauften Neuwagen mit qualitativ hochwertigen Katalysatoren ausgestattet werden, was bis zu 30 Prozent mehr Palladium je Fahrzeug bedeuten kann. Die Palladium-Kurs-Rallye könnte sich deshalb fortsetzen. Die nächsten Kursziele sind das Februar-2020-Allzeithoch bei 2.880 US-Dollar je Feinunze und die runde 3.000er-Marke.

Turbo Open End Long auf Palladium
WKN MA1DA5
ISIN DE000MA1DA53
Emissionstag 27. Juli 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent Morgan Stanley

 

Gold derzeit nicht gefragt

Die Nachfrage nach Gold steigt in der Regel in Krisenzeiten an, da das Edelmetall bei vielen Anlegern als sicherer Hafen gilt. Das sorgte beim Goldpreis im vergangenen Jahr zunächst für einen steilen Anstieg, wobei die Notierungen im August 2020 auf ein neues Rekordhoch bei 2.071 US-Dollar je Feinunze kletterten.

Bildquelle: Pixabay / stux

Doch dann wendete sich das Blatt für viele überraschend. Gold ging in den Sinkflug über und brach bis zum März dieses Jahres bis knapp unter die 1.700er-Marke ein. Auch wenn sich der Kurs inzwischen wieder in den Bereich der 1.800er-Marke erholen konnte, zeigen die Trendpfeile hier kurzfristig tendenziell eher nach unten.

Ein Grund hierfür ist die Rallye an den Aktienmärkten, die Dow Jones, S&P 500, DAX & Co. auf neue Allzeithochs katapultierte. Die Anleger werden offenbar für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft wieder optimistischer und engagieren sich verstärkt in Aktien, womit das Interesse an Gold in den vergangenen Monaten stark nachgelassen hat. Dazu trägt auch das wieder höhere Zinsniveau an den Rentenmärkten mit bei.

Mitte April lag beispielsweise die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei zwischenzeitlich 1,6 Prozent. Hohe Renditen sind traditionell ein Hemmschuh für das zinslose Gold. Auch das derzeit große Interesse am Bitcoin und anderen Krypto-Währungen dürfte den Goldpreis vorerst weiter unter Druck setzen, was zumindest kurzfristig erneute Kursrückschläge wahrscheinlich macht.

Gold Unlimited Short
WKN PN1N4C
ISIN DE000PN1N4C7
Emissionstag 24. Juli 2020
Produkttyp Hebelzertifikat
Emittent BNP Paribas

 

Ether – abseits von Bitcoin erfolgreich

Nachdem Ether am 15. April ein neues Rekordhoch bei 2.550 US-Dollar markierte, brachen die Notierungen in den folgenden Tagen auf zeitweise rund 2.200 US-Dollar ein. Grund für den jüngsten Rückschlag, der auch andere Krypto-Währungen betraf, waren Gerüchte, wonach das US-Finanzministerium im Kampf gegen Geldwäsche auch verstärkt gegen den Einsatz von Cyber-Währungen vorgehen könnte.

Ein ständiger Vorwurf lautet, dass diese wegen der hohen Anonymität im Zahlungsprozess auch für illegale Zwecke verwendet werden. Entsprechend kritisch beobachten staatliche Institutionen wie Regulierer oder Zentralbanken die Entwicklungen am Krypto-Markt. Zuletzt hatte die Türkei Zahlungen in Digitalwährungen mit Wirkung per Ende April verboten.

Bildquelle: Pixabay / WorldSpectrum

Dessen ungeachtet nimmt die Akzeptanz von Seiten der Anleger und Unternehmen weiter zu. Wie Ende März bekanntgegeben wurde, will der Zahlungsdienstleister Visa den Einsatz von Krypto-Währungen zur Abwicklung von Transaktionen in seinem Zahlungsnetzwerk ermöglichen, was auch die Ethereum-Blockchain miteinschließt.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass im laufenden Jahr noch weitere Unternehmen nachziehen werden. Für die nach Marktwert zweitgrößte Internet-Devise Ether dürfte es deshalb weiter nach oben gehen. Das nächste Kursziel ist die runde 3.000-US-Dollar-Marke. Anleger sollten aber – wie auch bei den anderen Krypto-Währungen – zwischenzeitliche, teils kräftige Rücksetzer einkalkulieren.

Open End Partizipationszertifikat auf Ether II
WKN VQ552V
ISIN DE000VQ552V2
Emissionstag 1. April 2021
Produkttyp Partizipationszertifikat
Emittent Vontobel

 

Bildquelle: Pressefoto Goldcorp.

The post Was geht bei Palladium, Gold und Ethereum? first appeared on marktEINBLICKE.

© 2021 marktEINBLICKE

Jetzt den vollständigen Artikel lesen