In den vergangenen Wochen haben wir uns unter anderem damit befasst, wie eine Lufthansa (WKN: 823212)-Rettung aussehen könnte. Eine Möglichkeit, die sicherlich vor einer großen Staatsbeteiligung stehen sollte, wäre eine Lösung über den Kapitalmarkt. So hat beispielsweise die ebenfalls kriselnde Boeing (WKN: 850471) kürzlich über die Ausgabe von Anleihen 25 Mrd. US-Dollar eingenommen.

Bisher hat niemand außer Heinz Hermann Thiele die Chance erkannt und sich stärker an der Lufthansa beteiligt. Aber wer ist dieser Mann und was könnte er jetzt mit der Deutschen Lufthansa vorhaben?

Heinz Hermann Thiele und seine Taktik

Heinz Herrmann Thiele fing in der Rechtsabteilung von Knorr-Bremse (WKN: KBX100) an, arbeitete sich bis zum Vorstand hoch und konnte schließlich die Mehrheit der Anteile übernehmen. Heute ist Knorr-Bremse Weltmarktführer für Bahn- und Nutzfahrzeug-Bremssysteme und Heinz Herrmann Thiele mit 14,7 Mrd. Euro (22.06.2020) einer der reichsten Deutschen.

2011, als sein Vermögen noch 2,3 Mrd. Euro betrug, stieg er beim Bahntechnikkonzern Vossloh (WKN: 766710) ein. Anfangs nur mit einer kleinen Beteiligung, die jedoch stetig wuchs. Dabei verneinte er stets, ein größeres Interesse an Vossloh. Heute hält er die Mehrheit, ähnlich wie bei Knorr-Bremse.

Das Rettungspaket könnte abgewählt werden

Was wird jetzt also mit der Lufthansa passieren? Hier hat sich der clevere Investor nach dem großen Kurssturz bereits 15,5 % der Anteile gesichert. Die Gewerkschaften befürchten nun, dass er das Rettungsangebot des Staates nicht mittragen könnte. Zuletzt gab es ein Gespräch zwischen Heinz Hermann Thiele, Finanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Lufthansa, dass nach Angaben von Olaf Scholz freundlich verlief.

Dennoch hatte Herr Thiele das Rettungspaket des Bundes, über das am Donnerstag (25.06.2020) abgestimmt wird, kritisiert und Nachbesserungen gefordert. Deshalb ist davon auszugehen, dass er ihm nur dann zustimmen wird, wenn sich der Staat aus allen operativen Entscheidungen heraushält.

Möglich ist aber auch, dass der Unternehmer den Weg eines Schutzschirmverfahrens wählt. Dies hätte den Vorteil einer zügigen Sanierung. Bisher haben sich nur 38 % der stimmberechtigten Aktionäre für die Hauptversammlung angemeldet, sodass Heinz Herrmann Thiele den Staatseinstieg verhindern könnte.

Welchen Weg er auch wählt, langfristig ist heute schon eines relativ sicher: Herr Theile will sich sehr wahrscheinlich, ähnlich wie bei Vossloh und Knorr-Bremse, langfristig große Anteile und die Macht sichern. Für die Lufthansa ist dies eine gute Nachricht, auch wenn es Anfangs zu harten Einschnitten kommen könnte.

Bei der Lufthansa könnte sich vieles ändern

Wenn die Lufthansa zukünftig von einem Unternehmer geführt würde, würde sie langfristig vermutlich sehr viel profitabler werden, als sie in der Vergangenheit jemals warm und ganz anders auf Krisen vorbereit sein. Die Deutsche Lufthansa würde zu eine Art Familienunternehmen werden.

Ein großer Staatseinfluss könnte hingegen langfristig, neben der Commerzbank (WKN: CBK100), den schleichenden Niedergang eines weiteren deutschen Großkonzerns bedeuten, auch wenn dies ganz sicher nicht beabsichtigt ist. Anfangs würden viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, die langfristig aber dennoch abgebaut werden müssen. Zudem würde die Profitabilität der Lufthansa leiden, wodurch sie die Krise sehr schlecht überwinden könnte.

So oder so steht Lufthansa vor einem großen Umbruch. Aktuell stehen 22.000 Stellen zur Diskussion. Der Konzern geht erst ab 2023 wieder von einem Normalbetrieb aus und auch dann nur mit etwa 100 Flugzeugen weniger als vor der Viruskrise.

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Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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