Sei es in der medialen Berichterstattung oder im allgemeinen Verständnis - Unternehmen werden häufig nur auf bestimmte Kennzahlen oder Schlagworte wie Geld, Mitarbeiter oder Arbeitsplätze reduziert. Dabei ist jeder Betrieb ein individuelles Konstrukt mit spezialisierten Aufgaben sowie Branchenbesonderheiten. Dadurch erfolgt auch die Abwicklung von Arbeitsschritten in vielen Großkonzernen nach besonderen Schemata, die eine zuverlässige Software beherrschen muss. Standardprogramme sind hier völlig fehl am Platz. Stattdessen setzen speziell börsennotierte Unternehmen seit Jahren vor allen Dingen auf eine technologische Innovation: ERP-Systeme. Doch was macht diese so besonders und warum spielen Sie gerade in global agierenden Firmen eine so wichtige Rolle?

Was zeichnet börsennotierte Unternehmen aus?

Grundsätzlich handelt es sich hier um privatrechtliche Firmen, mit deren Unternehmensanteilen in Form von Aktien an einer oder mehreren Wertpapierbörsen gehandelt wird. Firmen, die sich für den Gang an die Börse entscheiden, müssen dadurch gleichzeitig Einblick in ihre Geschäftstätigkeit geben. Beispielsweise besteht die Pflicht, den Jahresabschluss zu veröffentlichen. Zudem sind börsennotierte Unternehmen immer in einem Aktienindex gelistet. Hierzulande ist das der DAX. Seine ständig aktualisierten Werte geben Auskunft über die wirtschaftliche Entwicklung der notierten Unternehmen, an der sich die Aktionäre orientieren. Der Ausdruck "börsennotiert" umfasst aber nicht nur den Wertpapierhandel. Gleichzeitig bewegen sich diese Firmen auf dem internationalen Wirtschaftsparkett und verfügen daher über komplexe Strukturen. Im Tagesgeschäft fallen so riesige Datenmengen an, die im Zuge der verschärften Wettbewerbssituation möglichst effizient verarbeitet und ausgewertet werden müssen. Hier geht ohne ERP eigentlich nichts mehr.

Für was steht diese Abkürzung?

Grob gesagt bündeln diese Systeme viele verschiedene Geschäftsanwendungen in einem. Wo vorher zur Abwicklung von Prozessen parallel mit mehreren Programmen gearbeitet wurde, gibt es nun eine Lösung für alle Fälle. Dadurch lassen sich Daten und Informationen grundsätzlich schneller und gleichzeitig zielführender auswerten. Auf diese Weise fungieren ERP-Anwendungen aller Art als zentral gelagerte Datenbanken, mit denen jeder einzelne Geschäftsvorfall erfasst und abgearbeitet werden kann.

Warum liegen die Anwendungen so im Trend?

Die Systeme sind in der freien Wirtschaft deshalb so unerlässlich, weil Vorgänge, die bisher beispielsweise vorrangig manuell durchgeführt wurden (z. B. Schritte bei der Lohnabrechnung), im Idealfall komplett wegfallen. Diese werden stattdessen völlig automatisiert abgewickelt. Dies spart gleichzeitig Zeit und Kosten. Zudem trägt ERP zu einer allgemeinen Verbesserung der unternehmensinternen Transparenz bei. Durch den zentralen Zugriff auf eine Datenbank lassen sich Abstimmungsprobleme (speziell abteilungsübergreifend) eliminieren. Auf diese Weise wird die Fehleranfälligkeit innerhalb Workflows minimiert und unnötige oder gar doppelt ausgeführte Arbeitsschritte fallen weg. Nutzlos vergeudete Ressourcen sowie Arbeitskraft können auf diese Weise anderweitig in Innovationen oder Forschung fließen, wodurch Konzerne ggf. neue Alleinstellungsmerkmale generieren. Was es über ERP sonst noch zu wissen gibt, ist hier übersichtlich nachzulesen.

Was muss ein gutes Programm für Großkonzerne mitbringen?

Pauschal lässt sich diese Frage nur schwer beantworten. Denn wie schon erwähnt, bilden sich in jedem Konzern einzigartige Strukturen und Arbeitsweisen heraus, die sich nur schwer über einen Kamm scheren lassen. Je größer und komplexer (börsennotierte) Firmen aufgebaut sind, desto individueller sollte das System auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgerichtet sein. Daher bestehen die meisten Anwendungen aus verschiedenen Modulen. Zu deren Grundausstattung gehören unbedingt folgende Funktionen:

  • Kundenpflege: In der Geschäftswelt sind gute Beziehungen Gold wert. Daher ist es wichtig, dieses ausgiebig zu pflegen. Doch wie soll das funktionieren, wenn die Kontaktliste bereits die 1000er Marke knackt? Ganz einfach mit einem integrierten Customer-Relationship-Management-System (CRM). Kontaktdaten sowie spezielle Konditionen, Rabatte oder Lieferbedingungen sind damit jederzeit einsehbar und auf dem aktuellen Stand. Zudem verbessert sich mit diesem Feature die generelle Kundenkommunikation.
  • Logistik: Die Kosten von Rohstoffen oder einzelnen Produktkomponenten haben große Auswirkungen auf den Gewinn. Um rentabel zu arbeiten, muss sich der Wareneinsatz möglichst nah an der Nachfrage orientieren. Dies im Arbeitsalltag exakt zu planen, gestaltet sich nicht immer einfach. Da durch ERP jedoch jederzeit aktuelle Daten zur Verfügung stehen, muss die optimale Auslastung des Warenlagers kein Wunschtraum mehr sein. Auf einen Blick wird ersichtlich, was nachbestellt werden muss und welche Komponenten zur Verfügung stehen. Das senkt auf lange Sicht Material- und Lagerkosten.
  • Pflege von Personaldaten: Urlaubsanträge, Fehltage, Ausgleichstage - die manuelle Berechnung von Arbeitszeiten oder Löhnen in einem Großkonzern wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Mit Hilfe der vorgestellten All-in-One-Lösung gehören Probleme bei der Personaleinsatzplanung (PEP) und Abrechnung der Vergangenheit an. Daten sind auf dem neusten Stand und können jederzeit ohne große Umschweife aktualisiert werden.

So ist ERP fit für die Zukunft

Die vorgestellten Features gehören in vielen Fällen lediglich zur Standardausstattung eines Systems für börsennotierte Unternehmen. Um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, sollten die Anwendungen heutzutage noch mehr auf dem Kasten haben:

  • Viele Programme sind in erster Linie auf Produkte und deren Komponenten ausgelegt. Doch wie sieht es mit schwergreifbaren Dienstleistungen oder Abonnements aus? Moderne ERP-Systeme müssen ebenfalls in der Lage sein, Subscriptions jeder Art zu verwalten.
  • Mit Abonnements einhergehen zudem Verträge, die sich in vielen Fällen erweitern oder upgraden lassen. Doch Aktualisierungen dieser Art sind sehr zeitintensiv, lassen sich mit der richtigen Anwendung aber problemlos automatisieren.
  • Zudem sind die Programme längst nicht mehr nur als computergebundene On-Premises-Lösungen erhältlich. Auch ERP in der Cloud wird immer attraktiver. Schließlich sind die Vorteile dieses Trends nicht von der Hand zu weisen.

Ohne eine unterstützende Software geht es nicht

Abschließen müssen speziell ERP-Systeme, die in börsennotierten Unternehmen zum Einsatz kommen, viele Funktionen mitbringen. Denn je größer ein Konzern ist, desto komplexer sind auch seine Verwaltungsstrukturen. Um diesen Herr zu werden, führt an einem individuell angepassten sowie zentral implementieren Datenverarbeitungsprogramm heutzutage kein Weg mehr vorbei.