AUGSBURG (dpa-AFX) - Mit Autowaschanlagen hat sich Washtec <DE0007507501> einen Namen gemacht. Doch die Augsburger stecken im Tief. Eine Gewinnwarnung verhagelte den Anlegern zum wiederholten Mal die Laune. Was bei Washtec los ist, wie Analysten das Unternehmen bewerten und wie sich die Aktie entwickelt hat.

DAS IST LOS IM UNTERNEHMEN:

Mit dem Auto direkt in die Waschanlage fahren und per Handy das Programm wählen - ohne zuvor an die Kasse zu gehen. Geht es nach Washtec, soll sich dieses Prinzip in Deutschland und anderen Ländern möglichst bald etabliert haben. Der Waschanlagenhersteller sieht in der Autowäsche per Smartphone-App großes Potenzial und verspricht seinen Kunden dadurch höhere Umsätze.

Höhere Umsätze könnte das SDax <DE0009653386>-Unternehmen auch selbst gut gebrauchen. Erst kürzlich kassierte Washtec seine Prognose und machte eine Kehrtwende. Ursprünglich hatten die Augsburger erwartet, sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis (Ebit) im laufenden Geschäftsjahr deutlich steigern zu können. Stattdessen fielen die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr enttäuschend aus. Investoren schickten die ohnehin seit Monaten im Abwärtssog befindlichen Washtec-Papiere daraufhin noch tiefer in den Keller.

Bereits im Vorjahr hatte Washtec seine Prognose nach unten korrigieren müssen. Und auch im ersten Quartal war es nicht rundgelaufen. Schon damals machte sich das maue Großkundengeschäft negativ bemerkbar. Zudem belasteten ein schwaches Nordamerika-Geschäft und höhere Personalkosten den Hersteller von Autowaschanlagen. Die Folge waren weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn. Dieser Trend setzte sich nun fort.

Noch im Frühjahr war Washtec davon ausgegangen, dass sich das Geschäft mit Großkunden im weiteren Jahresverlauf erholen werde. Doch dem ist offenbar nicht so. Das Unternehmen, das laut eigenen Angaben über 1800 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern beschäftigt, durchschreitet stattdessen eine Talsohle.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Trotz der jüngsten Gewinnwarnung sieht die Mehrzahl der im dpa-AFX-Analyser vertretenen Experten in Washtec weiterhin ein lohnendes Investment. So raten sowohl das Analysehaus Warburg Research als auch die Privatbank Hauck & Aufhäuser zum Kauf der Aktie. Und die britische Investmentbank HSBC <GB0005405286> plädiert dafür, die Papiere zu halten. Mit 64,27 Euro liegt das durchschnittliche Ziel deutlich über dem aktuellen Kurs.

Warburg-Analyst Eggert Kuls behielt seine Kaufempfehlung auch deshalb bei, da das Geschäftsmodell intakt sei und der neue Ausblick eine operative Verbesserung im vierten Quartal impliziere. Kuls verwies darauf, dass die Aufträge von Schlüsselkunden im zweiten Halbjahr wieder steigen müssten.

Für Aliaksandr Halitsa von Hauck & Aufhäuser eröffnet der vorübergehende Rückschlag eine gute Einstiegsmöglichkeit bei den Washtec-Aktien. Dass sich einige wichtige Kunden mit endgültigen Projektgenehmigungen zurückgehalten hätten, sollte nach Halitsas Ansicht nur vorübergehend sein.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Seit Jahresbeginn haben die Washtec-Anteilsscheine fast ein Fünftel an Wert eingebüßt. Sie gehören damit zu den schlechtesten Titeln im Nebenwerte-Index SDax. In den zurückliegenden zwölf Monaten beträgt das Minus sogar fast 30 Prozent. Von ihrem Hoch Ende August 2018 bei 83,80 Euro sind sie damit aktuell weit entfernt. Zuletzt notierte die Washtec-Aktie nur noch bei rund 50 Euro.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 700 Millionen Euro gehört Washtec zu den Leichtgewichten im SDax. Die Fondsgesellschaft Axxion ist mit zehn Prozent der Anteile größter Aktionär des Autowaschanlagen-Spezialisten./eas/men/fba